Dormagen: Büro für leichte Sprache hilft Menschen in der Stadtbibliothek

Büro für leichte Sprache in Dormagen : Posts, Likes, Selfies - Lebenshilfe erklärt Handy-Welt

Am Sonntag besucht das Büro für leichte Sprache die Stadtbibliothek. Zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung informiert das Angebot über das oft komplizierte Smartphone.

Erst die App im Store updaten, dann das neue Selfie posten und jetzt noch schnell durch den Feed der Freunde scrollen – längst nicht jeder versteht, was hier gemeint ist. Deshalb gibt es das Büro für leichte Sprache der Lebenshilfe des Rhein-Kreises mit Sitz in Nievenheim. Leiterin Michaela Holzberg will vor allem Senioren, aber auch Menschen mit Lernschwächen an das Smartphone – oder besser gesagt: das mobile Telefon – heranführen. „Wir wollen das komplizierte Spachniveau und die vielen Anglizismen der digitalen Welt in einfache und verständliche Sprache herunterbrechen“, sagt sie. Am Sonntag, 5. Mai, bietet Holzberg zusammen mit ihrem Team eine kostenlose Beratung in der Stadtbibliothek an. Anlass ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Von zehn bis 14 Uhr wird Holzberg alle Fragen rund ums Smartphone beantworten. Sie wird verschiedene Apps erklären, wie man in den Einstellungen des Handys Lautstärke und Helligkeit verändert. „Wir stellen fest, dass es fast immer um drei große Themen geht: Whatsapp, Sprachnachrichten und Emojis“, sagt Holzberg. Wenn über das Smartphone gesprochen wird, werden heute viele englische Begriffe benutzt, Holzberg erklärt dann, was es heißt, ein „Foto zu posten“. Nämlich, es mit einer oder mehreren Personen über einen Dienst zu teilen. Auch haben viele Menschen Schwierigkeiten den Bildschirm zu bedienen. Jeder Besucher erhält kostenlos das Heft „Handynutzung leicht gemacht“, ein Ratgeber in einfacher Sprache. Darin erklärt das Team der Lebenshilfe nochmal ausführlich Handy-Icons, Funktionen und mögliche Probleme.

Die Handyberatung ist allerdings nur ein Angebot unter vielen, in dem Büro in Nievenheim (Am Schwimmbad 4) beantworten Holzberg und ihre 24 Kollegen Fragen zu nahezu allen Lebensbereichen, in denen die Behördensprache oft zu sperrig ist: Wie melde ich einen Hund an? Wie kann mir das Jugendamt helfen? Mit dem Büro für leichte Sprache ist die Lebenshilfe Mitglied im starken Verbund, das Netzwerk verläuft bundesweit. Aktion Mensch fördert das Projekt finanziell. Das Geld wird in erster Linie für Personal- und Verwaltungskosten investiert, den Rest trägt die Lebenshilfe.

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