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Dormagen: Buchpreisträgerin Susann Pásztor las in Nievenheim.

Lesung in Dormagen : Humorvolle Lektüre übers Sterben

Die Buchpreisträgerin Eva Pásztor war für eine Lesung zu Gast in Nievenheim.

Sterben und Tod – obwohl für jeden Menschen unausweichlich, werden diese Themen doch meistens so weit wie möglich verdrängt. Anders bei Susann Pásztor: Die Berlinerin hat sich zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin ausbilden lassen und – inspiriert durch diese Erfahrungen – einen Roman über den Umgang mit dem Tod geschrieben, für den sie in diesem Jahr mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Auf ihrer Lesereise durch ganz Deutschland machte die Autorin jetzt in Nievenheim Station. In der fast voll besetzten Kreuzkirche las sie aus ihrem Buch „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch).

Die Leiterin der evangelischen öffentlichen Bücherei, Insea von Reden-Hurtienne, freute sich darüber, eine „deutschlandweit bekannte Autorin“ begrüßen zu dürfen und versprach den Gästen, dass es an diesem Abend auch etwas zum Schmunzeln geben werde, denn: „Frau Pásztor gelingt es, ein ernstes Thema unterhaltsam zu präsentieren und Lust auf das Leben zu machen“.

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Im Roman gerät der alleinerziehende Vater und Sterbebegleiter Fred bei seiner ersten Patientin ausgerechnet an Karla – eine stolze, eigensinnige Frau, unheilbar an Krebs erkrankt. Fred ist unsicher und will nichts falsch machen, doch Karla weist ihn immer wieder zurück. Mit guter Beobachtungsweise und viel Humor beschreibt die Autorin die Romanfiguren Karla, Fred und Phil – Freds 13-jährigen Sohn. „Ich wusste vorher nicht, wie breit sich Phil in meinem Buch machen würde. So ist es auch eine Vater-Sohn-Geschichte geworden“, erzählte sie. Für Heiterkeit sorgte besonders die Szene, in der Karla und Fred einen Termin bei einem Bestatter wahrnehmen, der Karla nach ihrem Tod „attraktive Möglichkeiten“ verspricht – etwa, aus ihrer Asche Diamanten pressen oder sie Teil eines künstlichen Korallenriffs in Australien werden zu lassen.

Nach der Lesung nutzten die Besucher die Gelegenheit, Bücher signieren zu lassen und mit der Autorin ins Gespräch zu kommen. Eine Zuhörerin bemerkte, sie sei selbst Sterbebegleiterin und habe dabei ganz andere Erfahrungen gemacht. Auf sie wirke vieles in dem Roman „klischeehaft“, die Sterbebegleiter handelten dort „sehr unprofessionell“. Die Autorin entgegnete, sie habe kein Sachbuch geschrieben, sondern einen Roman und nehme sich die Freiheit heraus, die Dinge auf diese Weise zu schildern. Ein Hospiz sei zudem kein trauriger Ort. „Es wird dort auch viel gelacht.“