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Dormagen: Dormagen braucht Neubürger

Dormagen : Dormagen braucht Neubürger

Die Zahl der Menschen, die in Dormagen arbeiten, wird bis 2025 weiter steigen. Die Zahl der Erwerbstätigen, die hier leben, wird aufgrund der Demografie hingegen sinken. Die Stadt braucht mehr Neubürger – oder "Einpendler".

Die Zahl der Menschen, die in Dormagen arbeiten, wird bis 2025 weiter steigen. Die Zahl der Erwerbstätigen, die hier leben, wird aufgrund der Demografie hingegen sinken. Die Stadt braucht mehr Neubürger — oder "Einpendler".

Über das Thema Demografie wird in Dormagen oft gesprochen. Das gefällt Simon Hennchen. Der Prognos-Experte lobt Dormagen dafür, dass das Thema Demografie hier nicht durch die Finanzkrise aus dem Blickwinkel geraten ist. Was es auch nicht sollte, wenn man sich die Auswirkungen der Demografie auf die Wirtschaft ansieht. Ergänzend zu den jüngsten Ausführungen der Lokalen Allianz stellte gestern Prognos eine Erwerbspersonenprognose vor, die deutlich macht, was auf Dormagen zukommt — vor allem zwischen 2020 und 2025.

Dann nämlich kehrt sich das Verhältnis zwischen den Erwerbstätigen am Wohnort und den Erwerbstätigen am Arbeitsort Dormagen um. Konkret: Die Zahl der Arbeitnehmer, die in Dormagen ihrem Job nachgehen, wird von etwa 26 000 in 2010 auf 28 600 in 2025 steigen — die Zahl der Arbeitsplätze also zunehmen, denn Prognos geht von weiterem Wachstum in Schlüsselbranchen wie Logistik, wirtschaftsnahen Dienstleistungen und im Gesundheitswesen aus. Zudem profitiere Dormagen von der Gesamtdynamik der Rheinschiene.

Die Zahl der Werktätigen hingegen, die in Dormagen wohnen, wird aufgrund der demografischen Entwicklung von heute 29 200 auf 27 000 in 13 Jahren schrumpfen — trotz einer steigenden Erwerbsquote, die von heute knapp 74 auf fast 75 Prozent steigen wird, vor allem dank stärkerer Erwerbstätigkeit von Frauen. Konsequenz: Die Unternehmen werden in Zukunft keine ausreichende Zahl an Arbeitnehmern mehr vor Ort vorfinden.

Da auch die umliegenden Großstädte wachsen, wird sich der Konkurrenzkampf um Arbeitnehmer deutlich verschärfen. Laut Prognos bedarf es daher eines verstärkten Zuzugs von Arbeitskräften — oder einer größeren Zahl von "Einpendlern", also Menschen, die in Dormagen schaffen, aber woanders leben. Noch ist Dormagen eher "Wohnstandort mit Auspendlerüberschuss" in die angrenzenden Ballungsräume.

Was kann die Stadt tun? "Dormagen muss sich im Standortwettbewerb positionieren", sagt Hennichen. Dormagen muss vor allem attraktive Arbeitsplätze bieten, was laut Prognos weiter der Fall sein wird. Aber auch "weiche" Standortfaktoren in die Waagschale werfen, also ein ansprechendes Wohnumfeld und Neubaugebiete. Sie muss familienfreundliche Strukturen fördern. Und sie muss am Stadtmarketing feilen. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann fasste zusammen: "Es geht darum, dass die Leute, die hier arbeiten, sagen: Hier möchte ich auch wohnen."

(NGZ/rl)