Dormagen bekommt Fördergeld für Mobilität

Verkehr : Fördergeld für Elektromobilität fließt

In Kürze soll Dormagen offiziell Bescheid erhalten, dass Maßnahmen in Zusammenhang mit einem neuen Verkehrskonzept von der Europäischen Union mit circa 600.000 Euro unterstützt werden.

In der Theorie beschäftigt das Thema Politik und Verwaltung in Dormagen schon seit Jahren, doch jetzt dürfte die Umsetzung des städtischen Mobilitätskonzeptes tatsächlich in Kürze in Angriff genommen werden können. Denn inzwischen ist sicher, dass Dormagen ein erheblicher Teil der dazu benötigten finanziellen Mittel aus einem Topf der europäischen Union zugesprochen wird. Mitte dieses Monats soll der offizielle Bescheid dazu vorliegen, kündigte Stadtsprecher Max Laufer am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion an. Es geht um Kosten in Höhe von insgesamt 824.000 Euro, die in verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsstrukturen fließen sollen. 80 Prozent davon kommen von der EU, 20 Prozent aus Eigenmitteln der Stadt, informierte die Beigeordnete Tanja Gaspers.

Die SPD-Fraktion hatte in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nach dem Stand der Dinge des Projekts „Elektromobile Stadtverwaltung Dormagen“ (ESDo) gefragt. Ein zentraler Punkt ist die Umstellung eines Teils des städtischen Fuhrparks (inklusive Technische Betriebe) auf Elektrofahrzeuge. Dazu bevorzugt die Stadt folgendes Modell: Ein externer Carsharing-Anbieter stellt bis zu 24 Autos mit Elektroantrieb zur Verfügung, und die Stadt organisiert ihren Fahrzeugpool mit Hilfe einer speziellen Dispositionssoftware für den Computer. Die entsprechende Ausschreibung kann sofort nach Vorliegen des Förderbescheids erfolgen, sagte Gaspers. Damit die Elektroautos stets einsatzbereit sind, wird die Stadt neue Ladestationen einrichten. Ein Schwerpunkt-Standort dafür soll das Parkhaus an der Nettergasse werden.

Wenn die Elektroautos da sind, sollen städtische Mitarbeiter ihre eigenen Fahrzeuge nicht mehr für Dienstfahrten nutzen. Aktuell ist das noch Usus. Die Stadt sprach im Februar von etwa 20 dienstlich genutzten Privatwagen von Mitarbeitern mit einer Gesamtfahrleistung von ungefähr 120.000 Kilometer im Jahr. Künftig könnte es dagegen so sein, dass die Mitarbeiter nicht nur ihren eigenen Wagen nicht mehr dienstlich einsetzen müssen, sondern im privaten Bereich sogar auf Elektroautos der Stadt zurückgreifen dürfen – selbstverständlich gegen Kostenerstattung und nur dann, wenn die Karossen nicht im städtischen Betriebsalltag gebraucht werden.  Theoretisch könnten einst auch Bürgerinitiativen von der E-Mobil-Flotte profitieren – in Form von Carsharing. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Gleiches gilt für die Realisierung einer Anregung der Sozialdemokraten. Bernhard Schmitt und Andreas Behncke fragten im Zusammenhang mit der ebenfalls von der Stadt angestrebten Förderung des Fahrradverkehrs, ob am Bahnhof oder an der Ladestation am Rathaus auch eine Fahrrad-Pumpstation eingerichtet werde. Auf der anderen Rheinseite in Monheim bzw. Langenfeld gibt es solche Serviceeinrichtungen für Fahrradfahrer bereits. Gaspers hat die Idee aufgenommen; die Verwaltung werde sie „im Rahmen der anstehenden Überlegungen bei der ESDo-Projektumsetzung prüfen“.

Positive Signale für ihre Pläne zur Verbesserung der Mobilität hatte die Stadt schon im Oktober 2017 empfangen. Da war ihr die grundsätzliche Förderfähigkeit der angedachten Maßnahmen bescheinigt worden. Allerdings war sie von der Bezirksregierung in Düsseldorf aufgefordert worden, die Unterlagen für das Projekt ESDo noch zu ergänzen. Das war geschehen und beim Gutachtergremium auf Zustimmung gestoßen.