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Dormagen: Dormagen bekommt die Wasserskianlage

Dormagen : Dormagen bekommt die Wasserskianlage

Schon im kommenden Monat wird am Straberg-Nievenheimer See eine mobile Wasserskianlage mit zwei Bahnen fertig sein. Eine Anlage im Stil von Langenfeld soll bald folgen. Essen und Trinken gibt es im englischen Doppeldecker-Bus.

Schwimmen, segeln, rudern — ab nächstem Monat kommt Wasserski hinzu: Der Straberg-Nievenheimer See entwickelt sich zu einer der außergewöhnlichsten Freizeitanlagen in der Region. Der 40 Jahre alte Markus Haarmann wird zusammen mit einem Geschäftspartner gleich zwei mobile Wasserskianlagen am "Strabi" bauen. Weil seit wenigen Tagen die wasserrechtliche Genehmigung des Rhein-Kreises Neuss vorliegt, kann das Projekt sofort begonnen werden. "Dieser See ist ein Traum", sagt der Kölner Geschäftsmann. Es geht um seine Vision und um ein Gesamtinvest von 250 000 Euro.

Die Zustimmung des Landrates war die entscheidende Hürde. Eine Baugenehmigung durch die Stadt muss nicht erteilt werden, weil die Machart keine baulichen Anlagen vorsieht, die einer solchen Erlaubnis bedürfen. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann spricht von einer "Attraktion für Dormagen". Er sieht in der Wasserskianlage einen "wichtigen Schritt, um den See zu einem attraktiven Freizeitzentrum zu entwickeln, das ein Markenzeichen für Dormagen werden kann — so ähnlich wie die Skihalle für Neuss".

Markus Haarmann, ehemaliger IT-Experte mit eigener Firma und begeisterter Wassersportler, hat am "Strabi" Großes vor. Denn aus der mobilen Anlage soll schon bald eine Wasserskianlage werden, so wie sie die Freunde dieser rasanten Spaß-Sportart zum Beispiel aus Langenfeld kennen. "Für eine stationäre Anlage ist ein recht langes Baugenehmigungsverfahren notwendig", sagt Haarmann. "Wir haben uns überlegt, wie wir die Zwischenzeit überbrücken und möglichst schnell starten können." Die Lösung ist eine mobile Anlage, wie sie die Firma Sesitec anbietet.

An zwei gegenüberliegenden Ufern werden Masten aufgestellt, die jeweils von starken Betonklötzen gehalten werden, die nicht als Fundament im Boden versenkt werden müssen. Zwischen beiden Masten ist ein Stahlseil gespannt. Auf dem "Strabi" wird es eine 110 Meter lange und eine größere Bahn geben, auf der die Wassersportler etwa 156 Meter in eine Richtung zurücklegen können. Abtrennungen hindern Schwimmer, die Anlage zu erreichen.

Der Bauantrag für eine stationäre Anlage ist längst gestellt, "die Unterlagen liegen bei der Bezirksregierung", sagt der 40-Jährige. Liegt die Baugenehmigung vor, wird es die große Lösung mit einer Rundstrecke geben, die beiden mobilen Anlagen bleiben zusätzlich bestehen. Bis dahin ist auch die "Waterfront Event & Veranstaltungs GmbH" gegründet, die das Vorhaben betreibt. Auch beim Thema Essen und Sanitär bleibt Markus Haarmann mobil: Ein "Kiosk"-Modell soll die Versorgung der hungrigen und durstigen Wakeboarder und deren Fans sicher stellen. Der Kölner will einen Truck aufstellen, "voraussichtlich einen englischen Doppeldecker-Bus". Auch die Umkleidemöglichen und die Toiletten sind mobil — "da setzen wir auf hochwertige Lösungen".

Für Bürgermeister Hoffmann schließt sich ein Kreis. In den 1970er-Jahren, so sagt er, war die Entwicklung des Straberg-Nievenheimer Sees zu einem Freizeitareal für Erholungssuchende bereits ein großes Thema. Heute ist es real und wohl noch mehr möglich. "Es gibt von damals ein dickes Buch mit vielen Ideen dazu."

(NGZ/rl/anch/url)