Dormagen: Bei Peter und Beate Jacobs an der Elvekumer Straße hat sich eine neunköpfige Entenfamilie niedergelassen

Untermieter in Dormagen: Entenfamilie bezieht Gartenteich

Peter und Beate Jacobs haben seit Wochen ungebetene, aber nette Gäste: Eine Entenmama hat bei ihnen acht Eier ausgebrütet.

Man kann die junge Mutter schon irgendwie verstehen: Das gepflegte Umfeld ist naturnah und wunderschön anzuschauen, der Tisch ist jeden Tag wie von selbst reich gedeckt, und Störenfriede werden zuverlässig von den Gastgebern ferngehalten. Genug Gründe offenbar für die Stockentenmama, den Garten samt Teich von Peter und Beate Jacobs in Delrath mit Beschlag zu belegen und zumindest für einen längeren Zeitraum zur Kinderstube zu erklären. Acht Eier hat das Tierchen ausgebrütet, und nun wacht es, aufmerksam die Szenerie zwischen Rasen und Wasserfläche im Auge behaltend darüber, wie sich der Nachwuchs entwickelt.

Sorgen muss sie sich nicht machen. Das Ehepaar Jacobs hat Kükenaufzuchtfutter besorgt, das es seinen watschelnden Untermietern in einer Schale serviert. Und wenn den Schnabelviechern das nicht reicht, fressen sie halt die Seerosen im Teich auf. Beides zusammen hat dazu geführt, dass sich die Jungenten allesamt prächtig entwickelt haben und schon fast so groß sind wie ihre Erziehungsberechtigte. Wann sie genau zur Welt gekommen waren, können die Jacobs nicht sagen. „Es muss wohl Ende Mai gewesen sein. Die ersten Fotos von den Küken haben wir am 4. Juni aufgenommen“, erzählt Peter Jacobs. Ganz ohne Ironie ist es nicht, dass sich die Enten ausgerechnet bei ihm eingenistet haben: Der 74-Jährige engagiert sich in der Bürgerinitiative Lebenswertes Delrath (B.I.L.D.), und dass ihm Umwelt und Grün am Herzen liegen, spiegelt sich in seinem naturnahen Garten wider. Kein Wunder, dass sich dort auch Enten wohlfühlen.

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Nichtsdestotrotz sehen er und seine Frau den ungebetenen, aber zweifellos putzig anzusehenden Besuch mit leicht gemischten Gefühlen. Und das liegt nicht nur an dem kräftig reduzierten Seerosenbestand im Teich. Auf dem Rasen hinterlassen die Enten die verdaulichen Überbleibsel von dem, was sie sich zuvor in den Schnabel gesteckt haben, und das Wasser im Teich riecht auch nicht mehr wirklich gut. „Ich befürchte, dass er uns irgendwann umkippen wird“, sagt der Hausherr. Die Freude an der neunköpfigen Entenfamilie – der Erpelvater hatte sich schon nach kurzer Zeit vom Acker gemacht und die Mutter „alleinerziehend“ zurückgelassen – überwiegt allerdings. Naja, ein Familienmitglied dürfte das doch etwas anders sehen: Jule, die Sheltie-Hündin der Jacobs’. „Wegen ihres Jagdtriebes können wir sie zurzeit leider nur an der Leine mit in den Garten nehmen“, erklärt Peter Jacobs.

Wie lange die Entenfamilie am Elvekumer Weg bleiben wird, ist offen. Wahrscheinlich verabschiedet sie sich, wenn die Jungen flügge sind. „Aber das dauert wohl zwei bis drei Monate“, hat Beate Jacobs herausgefunden. Solange werden die Delrather ihre Gastgeberrolle noch ausfüllen. Nur eines wünschen sie sich nicht: „Ein Nachbar hatte auch mal Enten, und die sind wohl immer wieder zu ihm zurück gekommen. Das muss in unserem Fall aber wirklich nicht sein“, ist sich das Ehepaar einig. Selbst besonders große Tierliebe hat eben Grenzen.

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