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Dormagen: Beheizte Gastronomie als Lösung im Winter?

Gastronomie in Dormagen : Wirte wollen Terrassen-Saison verlängern

Gäste wollen wegen Corona lieber draußen sitzen. Gastronome suchen nach Alternativen für kalte Tage, um für Kunden weiterhin attraktiv zu sein. Heizpilze sind unpopulär, in Dormagen aber nicht verboten.

Corona treibt die Menschen nach draußen. Das gilt auch und insbesondere für die Gastronomie. Kaum ein Gast, der jetzt noch gerne in Innenräumen von Cafés und Restaurants Speisen und Getränke verzehrt. Solange denn die Temperaturen und das Wetter mitspielen. Je näher der Herbst rückt, desto schwieriger könnte die Lage jedoch für Dormagens Gastronomen werden. Auch wenn sie von Klimaschützern kritisiert werden — beheizte Außenbereiche, etwa durch Heizpilze,  könnten eine Lösung sein, die Saison für die Gastronomie-Betreiber zu verlängern.

„In Dormagen gibt es kein explizites Verbot von Heizpilzen“, wie es bereits in anderen Städten in NRW existiert, sagt Jonathan Benninghaus, Pressesprecher der Stadt. Dass diese Heizpilze umweltpolitisch umstritten sind, weiß auch Guido Schenk, Vorsitzender der Dormagener Werbegemeinschaft CiDo (City Offensive Dormagen). Er findet jedoch: „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.“ In beheizter Außengastronomie sieht er großes Potenzial: „Die Leute gehen wegen Corona nicht mehr gerne rein, sie vermeiden es, drinnen zu sitzen. Der Platz in den Innenräumen ist eingeschränkt und reglementiert.“ Die Gastronomie sei wichtig und wertvoll für die Innenstadt. Deshalb sei es auch sehr gut, dass für den Sommer die Außenterrassen erweitert wurden. „Seit der Rathausplatz dafür freigegeben wurde, ist er fast komplett mit Tischen und Bänken möbliert. Es ist wichtig, dass die Kunden so lange wie möglich draußen sitzen können.“Die Stadt hatte den Gastronomen bis zum 31. Oktober die Terrassengebühr erlassen. Ob diese Vergünstigung in die Verlängerung geht, sei laut Stadtsprecher Benninghaus noch nicht absehbar.

Nicht auf gasbetriebene Heizpilze, sondern auf elektrische Infrarotstrahler für den Außenbereich setzt Frank Lemke von „Lemke’s Cafeserie“. Und das schon seit zwei Jahren. „Wir sind damit einen Schritt weiter“, findet er, da die elektrischen Strahler keine Treibhausgase durch Verbrennung freisetzen. Im Sommer betriebt der Gastronom 100 Sitzplätze im Außenbereich, im Winter 30. Durch die Ausweitung der Terrassenbereiche wegen Corona, musste er keinen Sitzplatz streichen. „Wenn die Sonne scheint und die Menschen wärmt, dann stellen wir auch weitere Tische raus“, sagt er. Wärmequellen im Außenbereich seien „nur im Bereich mit Windschutz sinnvoll. Das muss man abschirmen“, sonst würde die Wirkung verpuffen. Sitzplätze mit Wolldecken sind für ihn keine  Alternative.