Dormagen: Auszubildende übernehmen die Station im Kreiskrankenhaus

Kreiskrankenhaus Hackenbroich : Auszubildende übernehmen die Station

In knapp zwei Wochen übernehmen 16 Pflegeschülerinnen im Rahmen ihrer Ausbildung die chirurgische Station im Kreiskrankenhaus Hackenbroich. Seit Oktober bereiten sie sich intensiv auf diese vier Wochen vor.

Brigitte Buscheinen schiebt den Ärmel ihrer Bluse hoch, während Andrea Krings Nadel und Zugang vorbereitet. Währenddessen befestigt Lenka Fuhrmann eine Kochsalzlösung an der Halterung. Diese Szene im Kreiskrankenhaus in Hackenbroich ist gestellt, wird aber bald Wirklichkeit: Denn ab 20. Mai übernehmen 16 Pflegeschüler die chirurgische Station und haben dann dort das Sagen. Es handelt sich um das Projekt „Schüler leiten eine Station“ (SLES), das zum dritten Mal Bestandteil im dritten und letzten Ausbildungsjahr ist, ehe im Sommer die Examensprüfungen folgen.

Vier Wochen lang läuft das Projekt mit dem Namen „Schüler leiten eine Station“. Ausgedacht und entwickelt hat es Sabina Albrecht, Leiterin des Bildungsinstituts für Gesundheitsberufe (BIG) in Neuss. Die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sollen noch vor ihrer Abschlussprüfung lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das tun sie dadurch, dass sie in andere Rollen schlüpfen. Zum Beispiel wird „Patientin“ Brigitte Buscheinen dann zur Stellvertreterin der Stationsleiterin Viktoria Rogozinski oder Lenka Fuhrmann zur Pflegekomplexmaßnahmen-Beauftragte. Hygienebeauftragte ist natürlich auch eine Pflegeschülerin – Buket Daillianis. Die 16 Auszubildenden, die von verschiedenen Stationen im Haus auf der Station B Chirurgie zusammengezogen werden, sind schon jetzt beeindruckt von der Vielfalt der Aufgaben, die auf sie zukommen. Allen voran die Gestaltung des Dienstplans, „der schon sehr komplex ist“, sagt die 21 Jahre alte künftige stellvertretende Stationsleiterin. „Auf einmal die Verantwortung zu haben, das ist schon ein Schritt“, sagt Lenka Fuhrmann (32). „Aber das ist natürlich alles eine super Übung im Hinblick auf das Examen und natürlich für den Beruf“, so Andrea Krings (33). Im vergangenen Oktober gab es den Kick-Off, seitdem kommen die Schüler regelmäßig zusammen, begleitet von erfahrenen Kräften. Dabei können sie sich auch auf den Erfahrungen des letzten Jahrgangs stützen, der ihnen im Rahmen einer Präsentation einen guten Einblick in den Verlauf des Projekts gegeben hat –  mit „Hinweisen auf das, was nicht so gut gelaufen ist und wo wir drauf achten sollen“, so Buscheinen. Medikamente dosieren und verabreichen, ist eine wichtige Aufgabe, die die Pflegeschüler erledigen müssen, immer unter Beobachtung von examinierten Kräften. „Es ist ein Vorteil, das wir mit 35 Patienten eine große Station sind“, sagt Lenka Fuhrmann, „hinzu kommt, dass wir auf der Chirurgie intensiv mit Wundversorgung zu tun bekommen.“ 

Gegenüber den Projekten in den beiden vergangenen Jahren (die auf der kardiologischen und gastroenterologischen Privatstation liefen) gibt es insofern eine Neuerung, als nun auch die Teilzeit-Pflegeschüler hinzukommen, deren Ausbildung vier anstelle der üblichen drei Jahren läuft. „Das passt jetzt zeitlich und organisatorisch genau zusammen“, erklärt Buscheinen. Besucher des Krankenhauses werden übrigens per Flyer, über Facebook und Instagram über das Projekt informiert, Patienten bei ihrer Aufnahme.