Dormagen: Amprion errichtet neue Strommasten

Hochspannungsleitung bei Dormagen im Bau : Amprion errichtet neue Strommasten

Der Bau der rund zehn Kilometer langen Höchstspannungsleitung zwischen Gohr und Rommerskirchen nimmt Fahrt auf.

/ Sie gilt als ein wichtiger Beitrag zur künftigen Sicherstellung der Stromversorgung: Die neue 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung zwischen Gohr und Rommerskirchen soll dazu beitragen, mehr Übertragungskapazitäten im nördlichen Rheinland zu schaffen. Das sei aufgrund der zunehmenden Übertragung von Windenergie aus dem Nordwesten Deutschlands in Richtung Süden und der ergänzenden Einspeisung von Leistung aus den Kraftwerken notwendig, berichtet Joelle Bouillon, Projektsprecherin des Dortmunder Übertragungsnetzbetreibers Amprion. „Nun wachsen die ersten Strommasten in die Höhe“, teilte Bouillon jetzt mit. Die durchschnittlich 55 Meter hohen „Türme“ entstehen zunächst außer in Rommerskirchen auch in Bergheim und Pulheim. Denn die rund zehn Kilometer lange Leitung bindet auch diese beiden Städte ein. Konkret verläuft sie von der Schaltanlage „Gohrpunkt“ durch das Gebiet von Dormagen, Rommerskirchen und Pulheim bis zur Umspannanlage Rommerskirchen, die zwar den Namen der Gemeinde trägt, aber in Bergheim liegt.

Die neue Freileitung, die entlang einer schon vorhandenen Leitung gebaut wird, kostet voraussichtlich 17 Millionen Euro. Sie soll im Jahr 2021 fertiggestellt sein. Zuvor allerdings müssen sich einige Anwohner auf Beeinträchtigungen einstellen. Nachdem die Bezirksregierung in Düsseldorf das Projekt im Sommer dieses Jahres genehmigt hatte, waren die von den Baumaßnahmen betroffenen Eigentümer, Pächter und Behörden in der Region in Kenntnis gesetzt worden.

Nun geht es richtig los. „Ab sofort fahren die beauftragten Firmen, das Forstunternehmen Krobbach und die Leitungsbaufirma SPIE SAG GmbH, zeitweise auch über die Venloer Straße, Hagelkreuzstraße, Brunostraße sowie den Vinkenpützer Weg am Ortsrand von Pulheim-Stommeln an die Baustelle heran“, erklärt Amprion-Sprecherin Bouillon. Voraussichtlich im Februar des kommenden Jahres würden auch Fahrten zur Anlieferung von Mastteilen, Beton und einem Kran in diesen Bereichen erforderlich. Die Bauarbeiten fänden werktags zu normalen Arbeitszeiten statt. Für Fragen oder Beschwerden hat Amprion eine kostenlose Telefon-Hotline für Anwohner eingerichtet. Sie ist werktags von 8 bis 20 Uhr über die Rufnummer 0800 5895 2474 erreichbar.

Die Verbindung zwischen Gohr und Rommerskirchen wird Bestandteil einer Leitung zwischen Osterath und Weißenthurm im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Das Vorhaben ist im Energieleitungsausbaugesetz verankert. Zwischen Weißenthurm und Bornheim nahe Bonn im Rhein-Sieg-Kreis wurde die Leitung schon vor etwa acht Jahren in Betrieb genommen. Außer dem hiesigen Abschnitt befänden sich noch weitere Teilstücke im Bau, schreibt Joelle Bouillon in einer Pressemitteilung.

Amprion will großen Wert auf die Sicherheit im Umfeld der Baustellen legen. Wenn die Leitung während der Bauarbeiten viel befahrene Straßen wie zum Beispiel die B 477 oder die B 59 kreuzt, soll jeweils ein Gerüst mit Netzen aufgebaut werden, die Verkehrsteilnehmer vor möglicherweise herabstürzenden Teilen schützen sollen, hatte das Unternehmen schon im September angekündigt.

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