Dormagen: Dormagen als Modellkommune Vorreiter

Dormagen: Dormagen als Modellkommune Vorreiter

Dass mit Präventionsarbeit später anfallende Jugendhilfe-Kosten gespart werden können, ist auch durch Zahlen zu beweisen. Diesen Zusammenhang stellten heute Martina Hermann-Biert, Leiterin des Fachbereiches Jugend, Schule, Soziales und Wohnen der Stadt Dormagen, und der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Alt-Bürgermeister Heinz Hilgers aus Dormagen, auf der Landespressekonferenz NRW vor.

Die Stadt Dormagen ist als Modellkommune Vorreiter für das Projekt "Kein Kind zurücklassen!" und verzeichnet seit Jahren große Erfolge, wie Hermann-Biert betonte: "Es ist uns gelungen, vielen Kindern aus armen Familien in Dormagen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen. So sinkt in den sozialen Brennpunkten die Zahl der sprachentwicklungsverzögerten Kinder deutlich, wie die Schuleingangsuntersuchungen nachweisen. Auch Verhaltensauffälligkeiten gehen zurück." Außerdem rechne sich die Präventionsarbeit der Stadt in Dormagen. "Wir konnten die Zahl der Inobhutnahmen mit teuren Kostenfolgen deutlich senken und die Kosten der stationären Unterbringungen spürbar zurückfahren. Dies ist durch eine Ausweitung präventiver Arbeit erreicht worden", erläuterte Hermann-Biert. "Prävention zahlt sich aus", sagte Hilgers. So gebe Dormagen inzwischen nur 70 Euro pro Einwohner für Hilfen zur Erziehung aus, während es woanders bis zu 140 Euro seien.

Hilgers wandte sich gegen die Kritik der Opposition am Projekt "Kein Kind zurücklassen!", das wirkungslos sei und die Kinderarmut in NRW nicht verhindert habe. Er betonte: "Kommunale Präventionsprojekte können die aktuelle Kinderarmut nicht vermindern, sondern nur die Folgen abmildern. Die verfehlte Familienförderung des Bundes muss endlich vom Kopf auf die Füße gestellt werden." Familien, die den Spitzensteuersatz zahlen, erhielten durch den Kinderfreibetrag einen Steuervorteil von 290 Euro, während das Kindergeld 192 Euro betrage. Hilgers (SPD) ruft CDU und FDP auf, "ihre Wahlkampfrhetorik gegen diese guten Ansätze in der Familienpolitik einzustellen: Diese Kritik ist verantwortungslos und gefährdet sinnvolle Projekte."

(cw-)