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Dormagen: Affenpocken noch kein großes Thema in den Praxen​

Gesundheit in Dormagen : Affenpocken noch kein großes Thema in den Praxen

Erst Corona und jetzt (auch noch) Affenpocken? Das Virus breitet sich aus in Deutschland, wenn auch beileibe nicht mit einer derartigen Dynamik.

Deutschlandweit sind es rund 700 Fälle, die bei den Gesundheitsämtern gemeldet wurden - Dormagen ist nicht darunter. „Wir haben hier noch keinen Fall registriert“, sagt Dr. Bärbel Weber, Hausärztin in Delhoven und Sprecherin des Praxisnetzes der Ärzte. Gleichwohl mahnt die Medizinerin zur Vorsicht: „Patienten sollten auf jeden Fall darauf hingewiesen werden, wie sie sich verhalten sollten.“

Bemerkenswert ist, dass sich die betroffenen Personen im Vorfeld nicht in West- oder Zentralafrika aufgehalten haben, in denen das Virus endemisch ist. Betroffen sind bislang ausschließlich Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit häufig wechselnden Partnern haben.

Nach derzeitigem Kenntnisstand, so Weber, ist das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar, wobei der Bläscheninhalt und Schorf der Hautveränderungen der Infizierten besonders ansteckend ist. Der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt etwa fünf bis 21 Tage. Weber: „Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Es entwickeln sich Haut­ver­änderungen im Gesichtsbereich, an den Handflächen und Fußsohlen in Form von Flecken und Pusteln, die mit der Zeit verkrusten und abfallen. Diese sind auch an Mund, Genitalien und Augen möglich.“

  • Das Foto zeigt Hautsymptome von einem
    Ausbruch in Rees : Erster Fall von Affenpocken im Kreis Kleve
  • Eine elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren.
    Gesundheitsamt spricht von drei Erkrankten : Erste Affenpocken-Fälle im Kreis Mettmann
  • Affenpockenviren unter dem Mikroskop (Archivfoto).
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Was ist zu tun, wenn Patienten derartige Veränderungen und Symptome feststellen? „Rufen Sie Ihren Hausarzt an. Informieren Sie das örtliche Gesundheitsamt.“ Laut Kassenärztlicher Vereinigung ist in der vergangenen Woche die erste Lieferung mit Impfstoffen gekommen. Weber: „Jetzt wird überlegt, wie er verteilt wird. Wohl an Apotheken und Uni-Kliniken.“ Geimpft werden sollen Menschen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder ein hohes Ansteckungsrisiko haben. Also Männer, die häufig wechselnden gleichgeschlechtlichen Sexualkontakt haben. Weber: „Glücklicherweise ist der Verlauf relativ milde.“

(schum)