Dormagen: Ärger über wilden Müll in Horrem.

Straße Am Rath : Frust und Ärger über wilden Müll in Horrem

Zwei Berge Unrat auf Privatgrund stören das Straßenbild Am Rath. Aufgrund von Beschwerden hat sich die Stadt eingeschaltet.

Der Anwohnerin, die sich über die Facebook-Seite bei der Stadt meldete, war der Frust über die Zustände an der Straße Am Rath anzumerken. Die Frau beschwerte sich über die vielen wilden Sperrmüllecken. „Es verschandelt die Optik und liegt bald drei Wochen dort. Dem Vermieter ist es auch schon gemeldet worden. Aber ist ja nur Horrem, hier kann ja alles verwahrlosen“, schrieb die Frau. Mittlerweile müsse man sich schämen, wenn Besuch komme. Die Überprüfung vor Ort ergab tatsächlich ein trostloses Bild. An zwei Stellen, die nur rund 100 Meter auseinanderliegen, türmten sich ausrangierter Hausrat. Couchgarnituren, Matratzen, Stühle, Schrankelemente – alles war einfach auf den Rasenflächen zwischen den Mehrfamilienhäusern abgestellt worden. Besonders dreist: Eine der wilden Müllkippen befand sich unmittelbar neben dem Schild „Kein Abstellplatz für Sperrmüll! Zuwiderhandlungen werden verfolgt.“

Auf Anfrage unserer Redaktion sagte Stadtsprecher Max Laufer am Mittwochvormittag Abhilfe zu – obwohl die Stadt in diesen Fällen eigentlich gar nicht zuständig ist, wie Nachforschungen ergeben hätten. Denn der Unrat liege auf Privatgrund. Er könne die Verärgerung der Anwohnerin aber verstehen, sagte Laufer und entschuldigte sich, dass die Rückmeldung diesmal länger gedauert habe als gewöhnlich. „Das ist nicht unser Anspruch, soviel Zeit vergehen zu lassen. In der Regel kümmern wir uns sofort um solche Dinge.“ Grundsätzlich könne auf Missstände über die städtische Facebook-Seite aufmerksam gemacht werden. Ein wenig schneller gehe es über den Mängelmelder, der an die Homepage www.dormagen.de angedockt ist.

Das oben erwähnte Schild weist zwar darauf hin, dass sich ertappte Umweltsünder auf Bestrafung einstellen müssen. Doch Laufer weiß, wie schwierig es ist, Verursacher ausfindig zu machen. Wenn wilde Müllkippen auf Arealen in Zuständigkeit der Stadt entstünden, blieben die Kosten für die Beseitigung  oft an der Allgemeinheit hängen. Das ist kein Pappenstiel: Bis zu 25.000 Euro Steuergeld wird in Dormagen jährlich benötigt, damit wilde Müllkippen entfernt werden können. Baubetriebshofleiter Bernd Lewerenz hatte kürzlich im Gespräch über Umweltsünder von einer deutlichen Zunahme der illegalen Müllkippen in der Stadt berichtet. In den vergangenen Jahren sei die dort anfallende Menge Unrat auf mehr als 90 Tonnen angestiegen. Besonders gerne luden die Verursacher ihr Zeug an schlecht einsehbaren Stellen ab. Das ist Am Rath nicht der Fall: Das Gerümpel liegt zwischen den Häusern wie auf dem Präsentierteller.