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Dormagen: ADFC fordert mehr Sicherheit für Fahrradfahrer

Verkehr in Dormagen : ADFC fordert mehr Sicherheit für Fahrradfahrer

Wenn es nach dem Willen des ADFC-Vorstandes Rolf Schaack ginge, gäbe es an Dormagens Ampeln die „Grüne Welle“ für Radfahrer. Er hat noch weitere Ideen zur Verkehrssicherheit für Radler.

Dass sich sowohl der Rhein-Kreis Neuss als auch der Landesbetrieb Straßen NRW dagegen ausgesprochen haben, mit speziellen Spiegeln an Ampelanlagen für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer zu sorgen, ist für Rolf Schaack völlig unverständlich. Der Vorstand des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) des Rhein-Kreis Neuss sagt: „Kosten hin oder her: Die Installation eines solchen Spiegels kann Leben retten.“ Immerhin müssten die beiden Behörden doch wissen, dass in NRW gerade ein Fahrradgesetz auf den Weg gebracht werde, in dem es in Punkt eins von neun heißt „Mehr Verkehrssicherheit auf Straßen und Radwegen“. Überhaupt liege in Dormagen, was das Fahrradfahren betrifft, noch so einiges im Argen.

So sieht Schaack unter anderem die Notwendigkeit einer Polizei-Fahrradstaffel, ganz nach dem bereits in Köln praktizierten Modell. Diese könne den Verkehrsrüpeln in Dormagen Gegenwind bieten. „Wenn man als Normalbürger andere Verkehrsteilnehmer darauf hinweist, dass sie etwas falsch gemacht haben, kriegt man oft nur den Stinkefinger gezeigt“, weiß Schaack aus eigener Erfahrung. So könnte die Fahrradpolizei sowohl Fahrradrowdies als auch Kraftfahrer, die Radfahrer behindern oder gefährden, zum Beispiel, wenn sie verbotenerweise auf dem Fahrradschutzstreifen parkten, zur Ordnung rufen. „Eine Fahrradpolizei ist einfach näher dran“, findet Schaack. Nicht nur Kraftfahrer würden Radfahrer gefährden, auch diese selbst machten durchaus nicht immer alles richtig im Straßenverkehr. „Die Moral der Fahrradfahrer ist so schlimm, dass Autofahrer sich beschweren. Und die Fahrradfahrer beschweren sich über Fußgänger.“

 Rolf Schaack ist Vorstand beim ADFC Rhein-Kreis Neuss. Er findet, dass noch viel für die Radfahrer verbessert werden kann.
Rolf Schaack ist Vorstand beim ADFC Rhein-Kreis Neuss. Er findet, dass noch viel für die Radfahrer verbessert werden kann. Foto: Cornelia Brandt
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Auch zugewachsene Radwege verärgern den ADFC-Vorstand aus Dormagen, wie etwa der von Nievenheim-Ückerath in Richtung Gohr an der L 35. „Dort steht sogar ein Schild mit der Aufschrift ‚Eingeschränkte Radwegbreite’“, schildert er. „Warum kann man da ein Schild aufstellen, aber nicht das Zugewachsene so weit wegmachen, dass der Weg wieder komplett nutzbar ist?“ Wolle man einen anderen Radfahrer oder gar einen Fußgänger überholen, so sei dies nicht gefahrlos möglich und man werde dazu verleitet, mit dem Rad auf der Straße zu fahren.

Ein weiteres Problem sieht Schaack in den „Bettelampeln“ an Land- und Bundesstraßen. Er fordert, dass diese abgeschaltet und stattdessen Sensoren in die Radwege eingelassen werden, die für eine „Grüne Welle“ für Radfahrer sorgen. „Wenn ich als Fahrradfahrer ständig ausgebremst werde, dann habe ich einfach keine Lust mehr.“ Außerdem stünden manche Radler ewig an der roten Ampel, weil sie nicht erkennen, dass sie per Knopfruck Grün anfordern müssen. „Die fahren dann irgendwann einfach bei Rot“, sagt er. An manchen Stellen in Dormagen gebe es solche Sensoren bereits, dies müsse mehr werden, fordert er.

Als Alternative zu den von den Behörden abgelehnten „Black Mirror Spots“, die Schaack ohnehin nur an zwei bis drei Stellen an der B 9 für sinnvoll hält, könnte er sich auf den Mittelinseln von Kreuzungen gelbe Blinklichter vorstellen, die insbesondere abbiegenden Lkw signalisieren, wenn ein Fahrradfahrer im Anmarsch ist. Auch hier wären Bodensensoren in der Radspur hilfreich, damit die Blinklichter auch wirklich nur dann warnen, wenn tatsächlich ein Radler kommt, um einen sogenannten „Gewöhnungseffekt“ durch ständiges Blinken zu vermeiden. Der Vorschlag sei vor fünf oder sechs Jahren bereits gemacht worden, doch leider habe sich nichts getan.

Für alle Radwege wünscht sich Schaack, dass sie grundsätzlich so breit würden, dass diese in beide Richtungen gleichzeitig befahren werden können. So könne man viele Radfahrer von der Straße holen. „Der Radweg an der B 9 ist kürzlich erneuert worden. Vergessen hat man dabei, dass der auch breiter werden muss“, kritisiert er und fordert, dies künftig bei jeder Baumaaßnahme zu berücksichtigen. Der 70-jährige Rolf Schaack legt jedes Jahr selbst mehrere tausend Kilometer mit dem Rad zurück. Dabei fallen ihm viele Missstände auf. Viele davon hat er bereits öffentlich angesprochen, auch auf der jährlichen Radtour mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Getan habe sich dennoch bis jetzt zu wenig.