Dormagen: 17-jähriger leitet die Currenta-Ausbildung

Dormagen : Schüler übernimmt Currenta-Ausbildung

Der 17-jährige Matthias Schmickler durfte am Dienstag in Dormagen einen Tag lang Führungserfahrung sammeln.

Um Punkt sieben Uhr ging es am Dienstag los für Matthias Schmickler. Dann war Dienstbeginn für den 17-Jahre alten Schüler aus Bergisch Gladbach. Denn er trat für einen Tag seinen Dienst als Leiter der Currenta-Berufsausbildung im Chempark an. Der angehende Abiturient hatte sich erfolgreich bei der ChemCologne-Aktion „Meine Position ist spitze“ beworben, bei der Unternehmen aus der Region Schülerinnen und Schülern ab 16 Jahren die Chance geben, für einen Tag auf Chefsesseln Platz zu nehmen. Die Federführung dabei hat ChemCologne, das Netzwerk der chemischen Industrie im Rheinland.

Am Dienstag war Schmickler somit für acht Ausbildungsberufe und die Berufsorientierung, das Ausbilderteam und rund 600 Azubis im Chempark verantwortlich. Die Ausbildungsleitung übernahm er von Peter Kachel. Über seine Mutter hatte Schmickler von dem Projekt gehört, sich beworben und letztendlich unter knapp 60 Bewerbern durchgesetzt. „Durch mein naturwissenschaftliches Interesse fand ich die Aktion von Beginn an spannend“, sagt der Schüler. Bestätigt wird seine Vorliebe für die Naturwissenschaften bereits durch die Wahl seiner Leistungskurse: Schmickler wählte Mathematik und Physik.

Am Dienstag widmete sich der Jungmanager nach einer kurzen Begrüßung und der Besprechung des Tagesablaufs umgehend seinen neuen Aufgaben. Denn sein Terminkalender war bestens gefüllt: Neben einer Ingenieursbesprechung zu aktuellen Bauvorhaben verfasste der 17-Jährige auch eine Rede zum Ausbildungsstart der neuen Azubis am 5. September. Zudem diskutierte er mit den Ausbildern verschiedene Fragen rund um die Sicherheit der jungen Mitarbeiter. Auch lernte der Schüler die verschiedenen Werkstätten und Arbeitsplätze von Laboranten, Chemikanten, Elektronikern und Verfahrensmechanikern kennen.

Der eigentliche Ausbildungsleiter Kachel zog sich schnell zurück, damit Schmickler direkt spüren durfte, was in der Position des Currenta-Ausbildungsleiters alles auf einen zukommt. „Lediglich bei der ersten Sitzung war ich noch mit dabei. Dadurch wird die Aktion einfach noch praxisnäher, denn in den Besprechungen wurden reale Dinge besprochen. Und so konnte Matthias schnell in meine Rolle schlüpfen und sich selbst mit eigenen Ideen einbringen“, sagt Kachel. Genau das kam bei seinem Interims-Nachfolger bestens an. „Ich hätte vorher nicht gedacht, in Besprechungen sitzen und mich aktiv einbringen zu dürfen, in der über Geschäftsberichte und Investitionen im Millionenbereich gesprochen wird. Solche Summen waren vorher für mich total surreal“, sagt Schmickler.

Daniel Wauben von ChemCologne nennt aber auch noch ein weiteres Ziel der Aktion: „,Meine Position ist spitze´ soll auch dazu beitragen, zu zeigen, dass das es in großen Chemieunternehmen eben nicht nur Berufe gibt, die etwas mit Chemie zu tun haben, sondern, dass das Spektrum der Berufe und Bereiche sehr vielschichtig ist.“

Insgesamt war es das vierte Mal, dass die Aktion „Meine Position ist spitze!“ stattfand. Neben Currenta sind auch die Unternehmen Alfred Talke, AkzoNobel, Evonik, InfraServ Knapsack, Lanxess, die Rhein-Erft-Akademie und Shell an der Aktion beteiligt. Und so, wie es aussieht, wird es im kommenden Jahr die fünfte Auflage geben. „Wir haben auch schon Gespräche mit neuen Partnern geführt“, verrät Wauben. Matthias Schmickler wird dann wahrscheinlich bereits sein Abitur in der Tasche haben. Danach möchte er studieren. „Stand jetzt kann ich mir ein Mathe- und Physikstudium gut vorstellen“, sagt er. Bis er erneut auf dem Chefsessel sitzen wird, dürfte es also noch etwas dauern.

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