Domagen: Die Rübe und Café Micado entwickeln neue Angebote für Jugend

Politsche Bildung, Kultur und mehr :  Jugendtreffs entwickeln neue Angebote in Dormagen

Das „Café Micado“ und „Die Rübe“ bieten 2020 ein abwechslungsreiches Programm für die Jugendlichen aus Dormagen.

Die beiden größten Jugendeinrichtungen in Dormagen – „Die Rübe“ und das „Café Micado“ – haben für dieses Jahr zahlreiche neue Projekte im Angebot. Doch sie setzen auch auf Altbewährtes. Die NGZ gibt eine Übersicht.

Politische Bildung Anfang des Jahres ist das Jugendzentrum „Die Rübe“ in das bundesweite Projekt „Demokratie leben!“ eingestiegen. „Wir wollen in diesem Rahmen ein Jugendforum schaffen, in dem Jugendliche an demokratischen Projekten partizipieren können“, sagt Einrichtungsleiter Andreas Stefen.

Zudem soll auch in diesem Jahr wieder eine Exkursion mit politischem Hintergrund stattfinden. 2019 besuchten 18 Jugendliche die Gedenkstätte am ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. „Wir haben nicht gedacht, dass diese Reise so sehr auf Interesse stößt“, sagt Stefen. Deshalb soll es eine Wiederauflage geben. Konkrete Pläne über Ort und Zeit gebe es noch nicht. Jugendliche könnten entweder erneut eine Gedenkstätte oder die jüdische Gemeinde in Düsseldorf besuchen.

Kultur Das „Café Micado“ setzt den Schwerpunkt auf kulturelle Angebote. Es sollen zwei bis drei Konzerte stattfinden, zudem sind Ausflüge geplant. Es soll unter anderem in das Landestheater nach Neuss oder die Philharmonie nach Köln gehen.

Wie viele solcher Reisen möglich sind, hängt vom Geld ab. „Wir warten noch auf Mittel, um die geplanten Projekte finanzieren zu können“, sagt Felix Dietz, der die Einrichtung leitet.

Spiel In diesem Jahr plant das „Café Micado“ erneut eine Kooperation mit dem Laden „Rheinstein“, in dem es Spielwaren der Firma Lego zu kaufen gibt. Beim vorigen gemeinsamen Projekt bauten Jugendliche die Kirche St. Michael aus rund 4000 bunten Plastik-Steinen nach.

„In diesem Jahr wird es nicht ganz so groß“, verrät Dietz. Konkrete Ideen, die das Café Micado und das Geschäft in diesem Jahr zusammen umsetzen wollen, werden derzeit ausgearbeitet.

Beratung Im Jugendzentrum „Die Rübe“ werden Jugendliche bei verschiedenen Anliegen beraten. In diesem Jahr neu hinzu kommt die systemische Beratung. Dabei wird ein Jugendlicher nicht alleine betrachtet, sondern ein gesamtes System – zum Beispiel seine Familie. „Problematisches Verhalten entsteht eher in Systemen, nicht immer ist also der Mensch das Problem dabei“, sagt Stefen. Eine Familie wird derzeit bereits beraten. Viele weitere könnten bald folgen. Schon bestehende Beratungsangebote, wie Gespräche mit Jugendlichen, die unter Depression leiden, sollen derweil ausgebaut werden.

Zudem soll auch die inklusive Jugendarbeit intensiviert werden. Bislang kommen zwölf Jugendliche regelmäßig zur „Rübe“, die eine Behinderung haben. „Ich möchte mich noch verstärkt an Eltern wenden und mit Förderschulen Kooperationen eingehen“, sagt Stefen. Speziell für Jungen soll darüber hinaus nach Vorbild des Mädchen-Cafés ein regelmäßiger Treffpunkt auf die Beine gestellt werden.

Im „Café Micado“ finden auch in diesem Jahr junge Flüchtlinge und Migranten jede Woche eine Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung für das Leben in Deutschland. Beim Café Grenzenlos, das donnerstags stattfindet, kommen sie mit Dormagenern zusammen, lernen so die deutsche Sprache und knüpfen Freundschaften.

Weitere Angebote Das „Café Micado“ ermöglicht Jugendlichen ein Shooting mit professionellem Fotografen. Das soll ihre Selbstwahrnehmung und die Selbsteinschätzung verbessern. „Ganz oft sind junge Menschen in der Pubertät unzufrieden mit ihrem Körper“, sagt Dietz. „Mit dem Projekt wollen wir ihnen aufzeigen, was sie alles an sich schön finden können.“

In „Der Rübe“ stehen zudem einige Klassiker auf dem Programm – zum Beispiel das Bewerbungstraining in Kooperation mit dem Lions Club, ein Sommerfest am 29. Mai oder die Stadtranderholung in den Sommerferien. Um die Stadtranderholung veranstalten zu können, sucht das Jugendzentrum händeringend nach Helfern, die schon einmal im pädagogischen Bereich gearbeitet haben, etwa während eines Praktikums oder Ehrenamts.