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Dormagen: Die Wut der Delrather

Dormagen : Die Wut der Delrather

"Delrath unter Druck" lautete das Thema, als die Redaktion gestern mit dem NGZ-Mobil auf dem Dorfplatz Station machte. Probleme sind fehlende Wohngebiete, der Autobahnanschluss und das Gewerbegebiet Kohnacker.

Den Delrather drückt der Schuh gleich an mehreren Stellen: Ob Gewerbegebiet Kohnacker, Autobahnanschluss, das drohende Aus des Edeka-Marktes, die Schließung der Grundschule in naher Zukunft oder fehlende Wohngebiete – Gesprächsstoff gab's genug bei der Mobilen Redaktion der NGZ. Peter Bergermann findet es "eine Sauerei, dass der Edeka-Markt schließen soll". Besonders für ältere Menschen würde die Situation dann schwierig. "Für junge Mütter ebenso", meint Agnes Schlaak. Sie wisse dann nicht mehr, wo sie mit ihren drei kleinen Kindern die täglichen Besorgungen erledigen soll. Auch Tatjana Wloch kann sich nicht vorstellen ohne den Markt zu sein. In besonderer Weise von der möglichen Schließung betroffen sind Gisela Hoffmann, Brigitte Wieczorek und Iris Bergermann. Ihre Arbeitsplätze bei dem Supermarkt sind gefährdet. Nikolaus Wiesenberger plädiert insbesondere für die Schaffung von Wohnbauflächen. Auch das Thema des RWE-Gastanks in der Nähe der Glasschaumfabrik ist für ihn nicht vom Tisch.

Dorothea und Thomas Grunewald sowie Eva-Maria Hauptmann sind ebenfalls für mehr Wohn- statt Gewerbeflächen. Die Vorsitzende des Fördervereins der Henri-Dunant-Grundschule befürchtet zudem, dass die Schule wegen fehlenden Nachwuchses geschlossen werden könnte. "Ohne neue Baugebiete kommen keine jungen Familien nach Delrath", ist sie sicher. Klaus Lob fehlt in Delrath inzwischen ein Ort der Entspannung. Nur der Weg am Sportplatz in der Nähe des Ententeichs bleibe – aber nur, wenn nicht das geplante Gewerbegebiet Kohnacker realisiert werde. Ähnlich sieht es Hubert Ingermann: "Auf den Kohnacker sollen sie Häuser bauen!"

Auch Brigitte Knop meint, dass der Zuzug von jungen Familien mit Kindern dem Ort helfen würde. Das sehen Angela Janicki und Nicole Ingermann ebenso. Peter Jacobs von der ortsansässigen Bürgerinitiative klagt, dass Ausgleichsflächen in anderen Stadtteilen umgesetzt würden. Er spricht von einer Ghettoisierung. Andrea Johann meint, dass zu wenig für die Jugend getan werde: "Die fahren inzwischen mit dem Fahrrad zur Raststätte oder treffen sich auf den Spielplätzen." Jugendräume gebe es nicht. Da setzt auch Doris Rinke an: Etwa eine Halfpipe für Jugendliche gebe es nur in anderen Stadtteilen. Lambert Cremer dagegen würde sich wünschen, dass die Straßen besser gepflegt würden.

Heinz Giesen stören die Lkw, die verbotenerweise durch den Ort fahren. "Das wird nie überprüft", sagt er.

(NGZ)