Serie Dormagen Und Seine Stadtteile: Die Waldkita-Kinder werden nur ganz selten krank

Serie Dormagen Und Seine Stadtteile: Die Waldkita-Kinder werden nur ganz selten krank

Die Jungen und Mädchen aus der Einrichtung sind abgehärtet und naturverbunden. Sogar bei Minusgraden finden die meisten Aktivitäten draußen statt - vom Essen bis zum Bilderbuchgucken.

DELHOVEN Es ist kühl und feucht im Tannenbusch - aber die Temperaturen liegen längst nicht mehr so niedrig wie im vergangenen Monat. Den Mädchen und Jungen aus dem Waldkindergarten hat der frostige Januar nichts ausgemacht: "Wir hatten eine trockene Kälte mit viel Sonnenschein - das ließ sich gut aushalten", sagt Kindergarten-Leiterin Sabine Wego. Einige Kinder hätten sogar bei Minusgraden draußen in der Sonne Bilderbücher angucken wollen, berichtet sie lachend.

Waldkinder sind abgehärtet - und ziehen sich passend an. Ohne Mütze geht gar nichts im Winter - und auch warme Unterwäsche, Schneeanzug, Schal und Handschuhe sind Pflicht. Ole, vier Jahre alt, zeigt seinen Taschenwärmer mit Fuchsgesicht: "Er ist noch ein bisschen warm." Luisa (4) hat ihren hellblauen Fleece-Muff dabei, in den man die Hände so schön hineinkuscheln kann. Außerdem trinkt sie unterwegs warmen Erdbeertee. "Als es so kalt war, haben wir auch mal im Haus gefrühstückt", erzählt Alexa. Constantin, schon "über viereinhalb Jahre alt", hat Mamas warmen Schal dabei, und Marian (5) setzt auf seine dicke Fleece-Mütze mit grünen Drachen-Stacheln.

Um 7.30 Uhr werden morgens die ersten Kinder gebracht, und wenn alle da sind, geht es um 9 Uhr in den Wald. Der erste Weg führt dabei immer zum Gehege gegenüber vom Kindergarten-Gebäude: "Dort sagen wir den Ziegen guten Morgen", erzählt Sabine Wego. Beim Schachbrett auf der Wiese halten Erzieherinnen und Kinder den Morgenkreis ab: Es wird gespielt, gesungen und erzählt. Gerade im Winter seien Lauf- und Bewegungsspiele gefragt, damit niemand auskühlt, betont die Leiterin. Gegen 10.30 Uhr wird im Wald gefrühstückt. Dazu lassen sich die Kinder auf Sitzkissen nieder, die im Bollerwagen transportiert wurden - wie die Lava-Erde, die sie zum umweltfreundlichen Händewaschen in der Natur benötigen. Die Kinder sind laut Sabine Wego nicht nur "viel seltener krank als in anderen Kindergärten", sie machen auch einen fröhlichen und ausgeglichenen Eindruck.

Der "Waldkindergarten Dormagen" wurde 1995 gegründet - als einer der ersten drei Waldkindergärten in NRW. Aktuell spielen und lernen 40 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren in zwei Gruppen in der von einer Elterninitiative getragenen Einrichtung - die "flinken Eichhörnchen" und die "schlauen Füchse". Ein Teil der Kinder wird gegen 13 Uhr abgeholt, die anderen essen im Haus noch zu Mittag und bleiben bis 14.30 Uhr. Heute hat Ole Tischdienst und deckt Teller, Becher und Besteck. Dem Vierjährigen gefällt der Tannenbusch, "weil es so viele Stöcke gibt". Außerdem mag er die Pfauen am Betriebshof.

(NGZ)
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