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Dormagen: Die Türme von Knechtsteden

Dormagen : Die Türme von Knechtsteden

Imposant ragen die Türme der Knechtstedener Basilika in den Himmel – ab April bietet der Förderverein Führungen zu den Türmen und unters Dach an. Ein lohnenswerter Weg über hohe Leitern und enge Treppen.

Imposant ragen die Türme der Knechtstedener Basilika in den Himmel — ab April bietet der Förderverein Führungen zu den Türmen und unters Dach an. Ein lohnenswerter Weg über hohe Leitern und enge Treppen.

Der Weg führt direkt durch die Wand. In der dicken Mauer rechts hinter dem Altarraum der Basilika Knechtsteden führt eine in den Stein gehauene, enge und unterschiedlich hohe Stufenfolge eine Etage hinauf.

Dort erwartet die Besucher eine dunkelrote, sechs Meter große Leiter mit runden Tritten aus Eisen. Ist diese überwunden, sind die Teilnehmer der "Führung zu den Türmen von Knechtsteden" dem Langhaus unters Dach gestiegen: Der ungewöhnliche Blick in knapp 20 Metern Höhe auf die Isolierung des Gewölbes von oben und die Holzbalken des Daches von unten ist reichlich Belohnung für den ungewöhnlichen Aufstieg.

Der Förderverein für das Missionshaus Knechtsteden hat sich in seinem Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen eine besondere Führung ausgedacht. "Besichtigt werden Orte, die sonst keiner zu Gesicht bekommt", erklärt Hermann-Josef Lenz, Vorsitzender des Fördervereins. Ab 15. April sollen jeweils sonntags bis zu acht Teilnehmer die Chance erhalten, in die beiden 34 Meter hohen Türmchen der Basilika, den Glockenstuhl im achteckigen Vierungsturm, das Pilgertürmchen und den Uhrenturm zu steigen.

"Das ist nur etwas für Schwindelfreie und Trittsichere, auch die Sonntagskleidung sollte zu Hause bleiben", sagt Willi Bednarczyk, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Doch wer mit festem Schuhwerk ausgestattet — ohne Platz- und Höhenangst —, die engen Treppen und steilen Leitern erklommen hat, kann den Blick aus den Turmfenstern über die Klosteranlage und den Knechtstedener Busch schweifen lassen, sieht die Glocken von Nahem und kann ein gusseisernes Uhrwerk von 1905 in einem kleinen Raum mit Originaltapete bewundern.

"Der Aufstieg lohnt sich", ist sich Vorstandsmitglied Stephan Großsteinbeck sicher. Nicht nur Archäologen können sich an den drei verschiedenen Steintypen erfreuen: hellgrauer Trachyt für die tragenden Teile, bröckeliger Tuffstein und moderne Ziegel sind unter dem Dach in harmonischer Einheit aufzufinden.

Zum Greifen nah sind dann die fünf Glocken des Basilikaturms, eine Hörprobe des Klanges von "Andreas", der am höchsten hängenden Glocke, der Marienglocke, die zur Messe läutet, und der schwersten, der Dreifaltigkeitsglocke, lässt den Turm im Widerhall vibrieren. Zehn Tonnen wiegen die 1931 von den Spiritanern in Auftrag gegebenen Glocken.

Wieder auf festem Boden angekommen, wird im barocken Torbogen des Klosters Knechtsteden zum Abschluss der Türme-Tour ein kleiner Imbiss und ein Klosterschwarzbier (alternativ Mineralwasser und Apfelsaft) zur Stärkung gereicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die geheimen Orte des Klosters Knechtsteden