Dormagen: Die Straberger packen für ihr Walddorf an

Dormagen : Die Straberger packen für ihr Walddorf an

Mit viel Engagement wird der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" vorbereitet. Fragebogen-Aktion ergibt hohe Zufriedenheit der Bürger.

Nicht nur dank des Sonnenscheins leuchtet es in Straberg: Die Aktion "Straberg soll aufblühen" war ein voller Erfolg: "Alle mehr als 750 Blumen wurden am vergangenen Sonntag an Straberger Bürger weitergegeben", berichtet Manfred Steiner, der Chef-Koordinator des Steuerungsteams, das den Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" vorbereitet. Für die Präsentation vor der Jury am 8. Juni soll es nicht nur in den eigenen (Vor-)Gärten blühen, eine schöne Aktion der Dorfgemeinschaft ist gerade angelaufen: Eine Strabergerin hat ein Gartengrundstück zur Verfügung gestellt, das nun sieben Straberger beackern und schön herrichten: Das "Urban Gardening"-Projekt hat den schönen Effekt, dass es die Gemeinschaft stärkt.

Das ist sowieso eine der Stärken von Straberg, wie auch Harald Schlimgen, städtischer Fachbereichsleiter für Bürger- und Ratsangelegenheiten, betont: "Wir unterstützen die Straberger gern, die mit viel Engagement für ihr Dorf anpacken." Die Vorbereitung mache sehr viel Spaß, eben auch, weil so viele Straberger aktiv mitwirken, erklärt Schlimgen: "Es ist überwältigend, wie viele Initiativen in so kurzer Zeit entstanden sind, die auch auf die Zukunft gerichtet sind und auch ohne Wettbewerb weiter geführt werden." Dem stimmt Manfred Steiner zu: "Der Wettbewerb hat den Anstoß gegeben, dass wir viele Projekte für Straberg auf den Weg bringen. Aber die Lust, etwas zu bewegen und positiv zu gestalten, wird auch ohne Bewertung weitergehen." Das zeigt sich nicht nur bei den Blumen, sondern auch daran, dass innerhalb von knapp zwei Tagen gestern die nötigen 75 Fans für die Crowdfunding-Aktion zur Sanierung des Alfred-Delp-Hauses zusammenkamen. Auch das im vorigen Jahr ausgefallene Pfarrfest wird nun durch eine der zahlreichen Arbeitsgruppen am 10. Mai wieder veranstaltet.

Kein Wunder, dass bei so viel Engagement viele Straberger grundsätzlich mit dem Leben in ihrem Walddorf zufrieden sind. Das ergab eine Umfrage der Sozialwissenschafts-Studenten Cleo Lembeck und Jonas Petrosch von der Universität Düsseldorf. Sie stellten erste Ergebnisse ihrer Fragebogenaktion, die anlässlich des Wettbewerbs initiiert wurde, beim siebten Bürgerstammtisch vor. "Ziel war es, die Bedürfnisse der Straberger zu erfragen und nach wissenschaftlichen Methoden in Erfahrung zu bringen, was wichtig und gut ist und welche Problemfelder gesehen werden", erläuterte Steiner. "Die Studenten waren schlichtweg begeistert, was bei uns alles los ist", verweist er auf das "Straberg-Gen", das zum Anpacken statt Reden anhalte. Sehr viele Aussagen seien von Gemeinschaftssinn und dem Wunsch nach Gemeinschaft geprägt - 55 Prozent wollen sich ehrenamtlich engagieren.

"Die Straberger sind mit ihrem Dorfleben sehr zufrieden bzw. zufrieden", weist Manfred Steiner auf die gute Quote von 75 Prozent hin. Die oft genannten Kritikpunkte waren: das Fehlen von Nahversorgung (Tante-Emma-Läden), die schlechte Anbindung an den ÖPNV, wenig Angebote für Jugendliche und im Bereich Kultur sowie die Digitalisierung. 29 Prozent haben Interesse, das Projekt "Dorfmobil" (E-Bus) aktiv mitzugestalten, einige wollen dabei ehrenamtlich mitwirken und es mitfinanzieren.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE