Dormagen: Die "Souffleuse von Merkel" bittet um Asyl

Dormagen: Die "Souffleuse von Merkel" bittet um Asyl

Kabarettistin Simone Solga begeisterte das Dormagener Publikum in der ausverkauften "Kulle".

Simone Solga ist keine gewöhnliche Kabarettistin - als "ehemalige Souffleuse von Kanzlerin Angela Merkel" bittet sie zu Beginn ihres neuen Programms "Das gibt Ärger!" nun um Asyl. Rund zwei Stunden strapazierte sie die Lachmuskeln ihres Publikums in der Dormagener Kulturhalle. Schon seit Dezember vergangenen Jahres ist ihre Vorstellung in der Kulle im Rahmen des städtischen Kabarettprogramms ausverkauft.

Mit ihrer humorvollen und direkten Art konnte sie jetzt am Freitagabend sofort bei ihren Zuschauern punkten. Ihre Geschichte trägt sie überzeugend vor: Bis gerade war Solga noch die rechte Hand von Merkel, nun flieht sie aufgrund der Hoffnungslosigkeit aus dem Krisengebiet: dem Kanzleramt. So nahm sie die "Balkanroute" über Leverkusen und erreichte schließlich Dormagen. "Die Merkel ist fix und fertig, es würde mich nicht wundern, wenn sie nachher auch hier reinkommt", scherzt Solga.

Doch die Kabarettistin möchte sich nicht weiter über die Politik aufregen, sondern sich einen schönen Abend machen. Aber das ist gar nicht so einfach: Natürlich rutschen ihr immer mal wieder Kritikpunkte an den Politikern heraus, worüber sich das Publikum köstlich amüsiert. Zwischendurch ruft mehrmals "Merkel" an, da sie Solgas Hilfe benötigt. So sucht die Kanzlerin ihre Rede für die Handwerkermesse und nimmt auf Solgas Rat dann doch dieselbe wie zur Kirchenmesse. Solgas bisherige Aufgabe war es, bei Katastrophen richtige Entscheidungen zu treffen. "Nicht aber wenn die Amigos wieder ein neues Album herausbringen."

  • Viersen : Simone Solga: Bissig, aufrüttelnd, intelligent

Nach der Pause meldet sie sich als "Lieblingsflüchtling" zurück. Denn sie berichtet von einem Jobangebot des Dormagener Bürgermeisters Erik Lierenfeld in der Öffentlichkeitsarbeit, was für großes Gelächter im Saal sorgte. Zuvor rief sie die Dormagener auf, auf kleinen Zetteln aufzuschreiben, was diese Merkel zur neuen Kanzleramtszeit wünschen. Zum Schluss schickte sie diese Ratschläge gemeinsam mit ihrer Kündigung zum Kanzleramt nach Berlin. "Wir müssen jetzt, in der Zeit ohne Regierung, zusammenhalten", so Solga.

Beim Publikum kam sie gut an, denn über den ganzen Abend hinweg hörte man immer mal wieder: "Die ist echt großartig." "Solga ist eine der wenigen weiblichen Kabarettistinnen, die in der Top-Liga spielt. Dementsprechend gefreut haben wir uns, dass sie heute erstmals in Dormagen auftrat", erzählt der Kulturbüro-Leiter Olaf Moll. Einige Kabarett-Vorstellungen sind ebenfalls bereits ausverkauft, für andere gibt es noch Karten. Infos unter 02133 257-338 oder unter www.kulturbuero-dormagen.de.

(NGZ)