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Dormagen: "Die Päpstin" in Zons

Dormagen : "Die Päpstin" in Zons

Die Zollfeste wurde am Freitag zum Drehort einer Fernsehproduktion. Im Auftrag des ZDF fanden Dreharbeiten eines Dokumentarfilms über die Legende einer mittelalterlichen Päpstin statt – mit Schauspielern aus Zons.

Die Zollfeste wurde am Freitag zum Drehort einer Fernsehproduktion. Im Auftrag des ZDF fanden Dreharbeiten eines Dokumentarfilms über die Legende einer mittelalterlichen Päpstin statt — mit Schauspielern aus Zons.

Während einer Prozession kippt der Papst plötzlich von seinem Thron. Die Bürger, die gekommen waren, um das Kirchenoberhaupt zu sehen, stürmen entsetzt herbei. Auf dem Boden windet sich der in purpurfarbene Schuhe und einen goldbesetzten Mantel gekleidete Papst. Ein Raunen geht durch die Menge. Plötzlich entsetzte Rufe, gefolgt von einer schockierenden Erkenntnis: der Papst ist eine Frau, die gerade ein Kind gebärt.

Für das Religionsprogramm des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) drehte die Filmproduktionsgesellschaft "Gruppe 5" gestern in Zons. In der Kulisse der mittelalterlichen Zollfeste entstanden mehrere Szenen für die Dokumentation "Das Geheimnis der Päpstin", die am Ostermontag im ZDF ausgestrahlt werden soll. "Wir gehen der Legende der Päpstin nach, die es im neunten Jahrhundert gegeben haben soll", erklärt Drehbuchautor Daniel Stich. Maßgeblich beteiligt waren dabei auch die Schauspieler der Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons, die unter anderem auch jährlich im Rahmen der Lebenden Krippe Zons auf der Bühne stehen.

Die Legende der Päpstin Johanna wird in der ZDF-Dokumentation wissenschaftlich aufgearbeitet. Durch den 45-minütigen Beitrag führt die Moderatorin der ZDF-Nachrichtensendung "heute", Petra Gerster. "Wir beantworten die Frage, ob es tatsächlich eine Päpstin gegeben hat", erklärt Regisseurin Christel Fomm. Mit der Frage nach der Existenz haben sich Autoren, Regisseure und Wissenschaftler beschäftigt. Berühmteste Beispiele sind der Roman von Donna Woolfolk Cross und der darauf basierende Film von Söhnke Wortmann, der 2009 in die Kinos kam.

Neben Zons drehte das Filmteam auch in Rom, wo die Päpstin ein Sturzgeburt gehabt haben soll. Unter anderem diese Szene stellen die Schauspieler gestern in Zons nach. "Sie soll eine Päpstin gewesen sein, die sich um die Armen gekümmert hat und in der Bevölkerung sehr beliebt", erklärt die Regisseurin. Drei Jahre lang blieb unentdeckt, dass der Papst in Wahrheit eine Frau ist. Erst durch die dramatische Sturzgeburt wurde dies offensichtlich.

"Die Prozession, die Geburt und eine Steinigung werden in Zons gedreht", fasst Fomm zusammen. Die mittelalterliche Zollfeste biete die ideale Kulisse. "Hier muss nichts aufgebaut werden, wir können direkt mit dem Dreh beginnen", sagt sie und ergänzt: "Ein paar Kippen vom Boden aufheben und schon kann es losgehen." Als Kulisse haben sich die Filmemacher das Südtor an der Freilichtbühne ausgesucht. Ebenso wie die Kulisse, lobt das Filmteam die Schauspieler. "Die Gruppe ist sehr gut und lässt sich auch von der klirrenden Kälte nicht abschrecken", unterstreicht die Regisseurin.

(NGZ)