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Dormagen: Die Mode-Macherin

Dormagen : Die Mode-Macherin

Hinter Containern in einer Seitenstraße liegt ihr Atelier. Dort wird Marie Reinhold kreativ und entwirft Kleidung nach Maß. Eine eigene Kollektion unter dem Label "Marie Jordan" wird am 26. Februar in Berlin präsentiert.

Schwarz ist ihre Farbe. "Wie die aller Designer", sagt Marie Reinhold. Denn die wollen ja ihre Mode präsentieren und selber im Hintergrund bleiben. Zurzeit jedoch überwiegt im Atelier eher die Farbe "Champagner", und das hat einen Grund: Der Frühling naht und somit boomen Hochzeiten. Weiße Kleider sind da längst out. Die Farbe "Champagner" sei nicht so hart und lasse sich auch prima mit anderen Farben kombinieren, für diejenigen, die etwas mutiger sind. Wie die Dame, deren Brautkleid gerade in der Mache ist – Champagner kombiniert mit einem satten Braunton, der an Schokoladeneis erinnert.

2005 gründete die 49-Jährige ihr Atelier, und hatte schon einige Jobs in der Modebranche hinter sich. In Tschechien geboren, schneiderte sie bereits als Siebenjährige Sachen für ihre Puppen. Aus einer Tischdecke der Oma nähte sie sich mit zwölf Jahren einen rot-weiß-karierten Hosenrock. Nachdem sie die Schule beendet hatte, machte sie eine vierjährige Ausbildung zur Schuhdesignerin. In diesem Beruf arbeitet Marie Reinhold schließlich fünf Jahre bei einem Dresdener Schuhfabrikanten, bevor sie dann zur Herrenmode wechselte.

1990 zog sie nach Berlin, machte dort eine Lehre als Schnittdirectrice. Da sie zunächst keinen geeigneten Job fand, arbeitete sie als Verkäuferin in einer Boutique und stellte schnell fest: "Ich kann Menschen gut anziehen." Als Textildesignerin entwarf sie Krawattenstoffe für Karstadt, Kaufhof und C&A, bevor sie Showroom-Leiterin für ein Unternehmen im Neusser Euromoda wurde.

Als der schließlich geschlossen wurde, wagte sie endlich den Schritt in die Selbständigkeit mit einem kleinen Atelier im Stürzelberger Industriegebiet. Und dort zieht sie Menschen an, vornehmlich Frauen. "Oft wissen meine Kundinnen gar nicht genau, was sie wollen, oder was ihnen steht", erzählt die Designerin, die am 26. Februar eine eigene Kollektion im Geschäft einer Freundin in Berlin vorstellen wird.

Was dort verkauft werden sollte, ist weg, und die Besitzerin kann sich sicher sein, dass sie ein Unikat hat. "Es gibt jedes Teil nur ein Mal", beteuert die Stürzelbergerin. Dass die Modelle durchaus eine Käuferin finden könnten, liegt auch daran, dass sie in den Größen 38 bis 40 produziert wurden, und nicht für "Size-Zero-Models". Marie Reinholds Traum ist es, eine eigene Kollektion auf der CPD in Düsseldorf vorzustellen. Auch die Fashion Weeks in Paris oder New York wären passable Adressen.

Zufrieden ist sie allerdings auch in Stürzelberg. "Ich habe eine Kundin, die spart, um sich jedes Jahr zwei Teile von mir leisten zu können", sagt sie nicht ohne Stolz. Und das unter dem Label "Marie Jordan", dem Mädchennamen der Desigerin.

(NGZ)