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Dormagen: Die Meister-Debattierer vom Leibniz-Gymnasium

Dormagen : Die Meister-Debattierer vom Leibniz-Gymnasium

Die Neuntklässlerin Elisa Woyke und der Abiturient Jan-Tobias Mau haben den Regionalwettbewerb von "Jugend debattiert" gewonnen. Ihr nächstes Ziel ist das NRW-Finale im Düsseldorfer Landtag.

Jan-Tobias Mau hat einiges um die Ohren zurzeit. Schließlich will der 17-Jährige seine Schullaufbahn am Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich in wenigen Monaten mit dem Abitur in der Tasche verlassen. Mathematik und Geschichte als Leistungskurse, Philosophie und Deutsch als weitere Prüfungsfächer - eigentlich genug Vorbereitungsstoff zum Durchackern. Doch Jan hat noch ein weiteres Ziel: Am 24. März will er sich in Oberhausen fürs Landesfinale des Wettbewerbs "Jugend debattiert" qualifizieren - mitten im Abi-Stress. Und der Lohn im Erfolgsfall wäre drei Tage später die Endausscheidung im Düsseldorfer Landtag. Verlockend, zumal Jan dort bereits ein Praktikum bei der SPD-Fraktion absolviert hat.

Das Finale in Düsseldorf peilt auch Jans zwei Jahre jüngere Mitschülerin Elisa Woyke aus der Klasse 9c an. Die Voraussetzungen dafür schafften beide mit dem Gewinn des Wettbewerbs auf Regionalebene, der an einer Düsseldorfer Gesamtschule ausgetragen wurde. Die Hackenbroicher hatten sich dort nach ihrem Sieg auf Schulebene gegen Vertreter aus elf anderen Einrichtungen durchgesetzt. Sophie Kleideiter und Paula Iven, die ebenfalls fürs Leibniz beim Regionalwettbewerb angetreten waren, gelang der Sprung in die nächste Runde zwar nicht. Die betreuende Lehrerin Antje Koch war trotzdem stolz auf ihre Schützlinge. Denn ein Doppelsieg auf Regionalebene war dem Leibniz-Gymnasium bislang noch nie gelungen.

Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft: Das sind die Kriterien, nach denen eine Jury die jungen Debattierer beurteilt. "Ich habe mich am Wochenende vor dem Wettbewerb noch einmal gründlich über die aktuellen politischen Ereignisse informiert", beschreibt Elisa ihr "Rezept" für die Vorbereitung. Bei Jan war es ähnlich, er investierte immerhin einen Nachmittag, um gut präpariert zu sein.

Das Ergebnis war bei Beiden sehr erfreulich. "Die Jury hat Jan bescheinigt, er spreche wie gedruckt", erzählt Lehrerin Koch schmunzelnd. "Und zu Elisa hieß es, sie würde eine gute Chefredakteurin abgeben, nachdem sie den inhaltlichen Rahmen für eine Debatte überzeugend festgelegt hatte." Die Themen, über die diskutiert wurde, waren anspruchsvoll. Elisa musste sich beispielsweise mit der Kennzeichnungspflicht für Fleisch aus Massentierhaltung beschäftigen, Jan mit Jugendquoten in Stadt- und Gemeinderäten. Zusätzliche Hürde: Die Positionen zu den Themen konnten nicht frei gewählt werden, sondern wurden zugelost, so dass die Teilnehmer mitunter gegen ihre eigenen Ansichten argumentieren mussten.

Etwas Nervosität war angesichts einer großen Zuhörerschar von über 100 Leuten natürlich auch mit im Spiel, aber das Lampenfieber hielt sich sowohl bei Elisa, als auch bei Jan in erträglichen Grenzen. Kein Wunder: Elisa ist öffentliche Auftritte aus der Theater AG gewöhnt, der auch Jan mal angehörte. Und Jan gehört als Schülervertreter auch der Schulkonferenz an, ebenfalls eine gute Rhetorikschule.

(NGZ)