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Dormagen: Die Macherin im Mädchencafé

Dormagen : Die Macherin im Mädchencafé

Seit vier Jahren bietet das Diakonische Werk sein Mädchencafé in Horrem am. Diplompädagogin Lisa Brunkhorst leitet es bereits zwei Jahre lang. Im Mädchencafé können die Kinder basteln und über das sprechen, was sie bewegt.

Viel Gekreische, bunt bemalte Wände und fröhliche Kinderaugen: Die Jugendeinrichtung an der Knechtstedener Straße 18 sieht auf den ersten Blick aus wie jede andere auch. Nur eines fehlt hier: Jungs. Im Mädchencafé ist der Name Programm. Seit zwei Jahren leitet Diplompädagogin Lisa Brunkhorst das Angebot des Diakonischen Werkes in Horrem.

Jeden Donnerstag treffen sich in der Kinder- und Jugendeinrichtung sechs- bis 14-Jährige, um sich unter der Leitung von Lisa Brunkhorst richtig auszutoben. "Die Mädchen sind froh, in entspannter Atmosphäre Freundinnen treffen zu können, zu malen und zu basteln", sagt die Ratingerin. Hier hört man keine strengen Ermahnungen von Eltern, denn die dürfen höchstens zu einem kurzen Besuch vorbeischauen. "Die Mädchen brauchen einen ungestörten Ort, um zum Beispiel über Liebe und Sexualität sprechen zu können", so die Pädagogin.

Anna kommt gern in das Mädchencafé über dem Bürgerhaus: "Zuhause nervt mich meine kleine Schwester oft. Hier darf sie noch nicht hin und ich habe meine Ruhe", sagt die Neunjährige sichtlich erleichtert. Sie ist eine von durchschnittlich 15 Besuchern, die regelmäßig in die Jugendeinrichtung nach Horrem kommen und am Programm teilnehmen, dass das Team der Pädagogen um Lisa Brunkhorst vorbereitet hat.

Zusätzlich zu einer beliebten Kleiderkiste nebst Schminkkasten steht auch ein Kicker und jede Menge Bastelzubehör bereit. Für dieses Jahr hat sich Lisa Brunkhorst mit ihren drei ehrenamtlichen Helferinnen etwas überlegt: "Ich möchte mit allen Kindern ein Märchenbuch erstellen". Dafür werden schon eifrig Geschichten gesammelt, wobei sich jedes Mädchen mit eigenen Ideen einbringen kann. Das Projekt aus dem Vorjahr, ein selbst gedrehter Halloweenfilm, sorgte für Begeisterung.

Das Mädchencafé wurde gegründet, damit es neben dem 7500 Quadratmeter großen Jugendzentrum "Die Rübe", das besonders für Jungen attraktiv ist, auch eine Anlaufstelle für Mädchen gibt. "Das Besondere am Konzept Mädchencafé ist, dass für uns Betreuer Zeit bleibt, sich mit jeder Besucherin zu unterhalten", so Lisa Brunkhorst. Die 31-Jährige schätzt die Beziehungsarbeit, die ihren Worten nach eine tolle Atmosphäre in der Einrichtung schafft.

Damit das Mädchencafé auch seinem Motto "Bewegung, gesunde Ernährung und Chillen" gerecht wird, gibt es jeden Donnerstag von 15.30 bis 18.30 Uhr Teller mit Obst und Gemüse. Das Motto hält die Diplompädagogin aber nicht davon ab, hin und wieder auch mal Schokoladen-Fondue anzubieten – zur Freunde aller Kinder. "Ich tauche am liebsten Bananen in den Schokotopf", sagt Dilan mit einem breiten Grinsen. Fast noch mehr freut sich die Zwölfjährige aber schon auf die Karnevalsparty an Weiberfastnacht.

(NGZ)