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Dormagen: Die Hüterin des Silberschatzes

Dormagen : Die Hüterin des Silberschatzes

Ab Freitag sind in der Ausstellung "16. Internationale Silbertriennale" mehr als 80 glänzende und schimmernde Handwerkskunst-Objekte im Kreismuseum zu sehen. Leiterin Angelika Riemann ist stolz darauf, die Schau nach 16 Jahren wieder nach Zons geholt zu haben.

Es glitzert und glänzt in der ersten Etage des Kreismuseum Zons. Mehr als 80 Objekte der "16. Silbertriennale" sind dort ausgestellt: Kannen, Vasen, Schalen und Besteck werden so angestrahlt, dass Licht und Schatten mit dem Silber zu spielen scheinen. Es ist internationaler Glanz. "Vor 16 Jahren hatten wir die 11. Schau schon einmal hier in Zons", erläutert Museumsleiterin Angelika Riemann.

Während 1995 noch etwa 80 Prozent der Silber-Künstler aus Deutschland und dem benachbarten Ausland stammten, liegt die Quote jetzt bei 50 Prozent. "Das zeigt die internationale Wertschätzung dieses Wettbewerbs", sagt die 60 Jahre alte Hüterin des Silberschatzes, die seit 22 Jahren im Kreismuseum arbeitet.

Alle drei Jahre wird die "Silbertriennale" seit 1965 von der Gesellschaft für Goldschmiedekunst in Hanau angeboten — aus mehr als 200 Arbeiten (alles außer Schmuck) von 158 Silberschmieden wählte eine fachkundige Jury die mehr als 80 Objekte von 83 Teilnehmern aus.

Als Blickfang hinterlässt das "Feuer"-Objekt von Hiroshi Suzuki mit feingehämmerten Vertiefungen großen Eindruck beim Betreten der Ausstellungsräume, in denen auch die fünf ausgezeichneten Arbeiten, unter anderem eine aus versilberten Löffeln bestehende Schale von Ja-Kyung Shin (Nachwuchsförderpreis), zu sehen sind. Mehrere Arbeiten bilden in Nahaufnahme einen reizvollen Foto-Kontrast zu den Ausstellungsstücken, so ist erst in der Vergrößerung die feine Struktur der Schalen von Anna Frohn zu erkennen. Und bei den "Love Spoons" von Annie Tung handelt es sich um etwas besonders Sinnliches, wie Riemann erklärt: "Auf der Löffelrückseite ist in Blindenschrift ein erotisches Gedicht mit der Zunge zu lesen."

Bis zum 11. November kann der Silberschatz von Zons begutachtet werden, zudem gibt es Angebote speziell für Schüler und für Senioren. Doch damit nicht genug: Am 8. Oktober wird im Kreismuseum die "Manu Factum 2011" eröffnet. Bei der 25. Landesausstellung werden bis 20. November die Staatspreise im Kunsthandwerk NRW ermittelt. Danach wird Riemann die ständige Zinn-Sammlung neu arrangieren.

(NGZ)