Dormagen: Die Höchststrafe gefordert

Dormagen : Die Höchststrafe gefordert

Dormagen/Limburg Rücksichtslos hat er laut seinem eigenen Geständnis gemordet - jetzt soll er für immer ins Gefängnis. Im Prozess gegen den so genannten "Brummi-Mörder", der seine tödliche Spur auch in Dormagen hinterlassen hat, hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht im hessischen Limburg am Freitag die mögliche Höchststrafe beantragt.

Dormagen/Limburg Rücksichtslos hat er laut seinem eigenen Geständnis gemordet - jetzt soll er für immer ins Gefängnis. Im Prozess gegen den so genannten "Brummi-Mörder", der seine tödliche Spur auch in Dormagen hinterlassen hat, hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht im hessischen Limburg am Freitag die mögliche Höchststrafe beantragt.

Lebenslänglich bei gleichzeitiger Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Anordnung von Sicherungsverwahrung - mehr gibt das deutsche Strafgesetzbuch nicht her. Am Montag soll das Urteil gegen den 29 Jahren alten Lkw-Fahrer verkündet werden.

Familienvater Marco M. gab sich während der Plädoyers so wie im gesamten übrigen Verfahren. Mit gesenktem Kopf verfolgte er die Ausführungen der Staatsanwaltschaft, Nebenklage-Anwälte und seinen eigenen Verteidigern. "Er hat die Taten mit erbarmungsloser Brutalität begangen", sagte Staatsanwalt Frank Späth in seinem Schlussvortrag, "jegliches Mitleid mit den Opfern hat er vermissen lassen."

Marco M. sei es nur darum gegangen, Sex mit einem weiblichen Körper zu haben. "Dabei war es egal, ob dieser Körper tot oder lebendig ist." Schon bei seiner ersten Tat im November 2003 hatte M. zunächst in seinem Lkw die 32jährige Prostituierte Nicole Uszkoreit aus Köln getötet und sie anschließend vergewaltigt. Ihre Leiche legte er danach nachts auf dem Gelände eines Baumarktes im Gewerbegebiet Top-West in Horrem ab.

Nach der Tat fuhr er - so das Ergebnis der Verhandlung - zunächst zu seinem Arbeitgeber in Neuss, danach kehrte er nach Hause nach Hessen zurück. Dort war er dabei, wie seine Frau das erste gemeinsame Kind zur Welt brachte - nicht einmal 24 Stunden nach dem Mord in Dormagen.

Ein Jahr später war das Schicksal zu einer weiteren Kölner Prostituierten gnädiger: Sie überlebte mit lebensgefährlichen Verletzungen am Rande der Autobahn 57. "Ich habe in meinem ganzen Berufsleben noch keinen Menschen erlebt, der so schwer von einem Verbrechen gezeichnet ist", sagte deren Anwältin Monika Müller-Laschet in ihrem Plädoyer. Die 25jährige werde bis an ihr Lebensende seelische Narben tragen.

Zum Opfer fielen dem "Brummi-Mörder" zwei weitere Frauen aus Hessen. 2005 tötete er in Dillenburg eine 31 Jahre alte Frau, im Sommer letzten Jahres brachte er eine 18Jährige aus Kassel um. Marco M. hatte selbst von "Zufallsopfern" gesprochen. "Irgendwie hat es immer wieder Klack gemacht", gestand er während des Verfahrens einem Psychiater, der daraufhin im Falle des Angeklagten von einer "hohen Wiederholungsgefahr" sprach.

Staatsanwaltschaft Späth hat neben der lebenslangen Freiheitsstrafe deshalb Sicherungsverwahrung beantragt. Ansonsten bestünde die Möglichkeit, M. nach 15 Jahren Haft auf Bewährung aus dem Gefängnis zu entlassen. Die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung soll die Bevölkerung vor dem heute 29-Jährigen schützen. "Ich bin sicher: Er hätte weiter gemordet, wenn wir ihn nicht gefasst hätten", so Späth, "von ihm geht eine große Gefahr aus."

Die Verteidiger beantragten in ihrem Schlussvortrag die Unterbringung in der Psychiatrie, obwohl Gutachter ihren Mandanten für "voll schuldfähig" erklärt hatten. Marco M. selbst wollte sich im so genannten letzten Wort nicht mehr äußern - wie auch die meiste Zeit im Verfahren blieb er stumm. Am Montag wird das Limburger Landgericht um 10 Uhr das Urteil verkünden.

(NGZ)
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