Dormagen: Die Himmels-Malerin

Dormagen : Die Himmels-Malerin

Die Künstlerin Christina Althaus aus Gohr stellt seit Mittwochabend rund 50 ihrer Werke in der Glasgalerie des Dormagener Kulturhauses aus. Bis 14. November sind die Bilder der "Seh-Reise" noch zu bewundern.

Düsseldorf, Basel, Rom, New York — die Malerin Christina Althaus hat schon auf der ganzen Welt ausgestellt. "Vor ein paar Jahren ist mir bewusst geworden, dass ich in Dormagen selbst, meiner Heimat, schon viele Jahre nichts mehr gezeigt habe", sagt Althaus. "Durch die Glasgalerie im Kulturhaus gibt es jetzt die Möglichkeit dazu." Rund 50 größtenteils neue Werke stellt Althaus dort unter dem Motto "Seh-Reise" aus.

Den größten Teil machen farbintensive Acryl-Bilder aus, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Sie strahlen mal in krachendem Rot und Orange, zeigen Farbverläufe in Grau und Weiß oder bilden Strukturen in sanften Farbtönen. "Ich möchte die Betrachter meiner Bilder auf eben eine solche Reise des Sehens schicken", sagt Althaus. "Sie sollen in meinen Bildern ihre eigene Welt entdecken." Sie fände es unheimlich spannend, wenn Menschen vor ihren Werken stünden und ihre Eindrücke mit Erinnerungen verknüpften. "Ein Pinselschwung, eine Farbe, eine Struktur löst Assoziationen aus, die bei jedem anders sind. Man sieht und geht mit den Gedanken auf Reisen."

Einen Teil der Ausstellung machen die "Himmel" aus, Bilder des Dormagener Himmels, die in verschiedenen Blau und Weiß-Kombinationen, mal strahlend, mal eher gräulich daher kommen. "Das Himmel-Projekt beschäftigt mich stark — die Ausstellung zeigt den Dormagener Himmel aus 36 einzelnen Elementen auf Stoff gemalt, außerdem gibt es kleinere Himmelbilder in Keilrahmen." Wenn sie mit ihren beiden Labradoren durch die Felder rund um Gohr streife, sehe sie ständig in den Himmel. "Der Himmel ist permanent in Bewegung und ändert seine Stimmung. Er hat ein verbindendes Element für alle Menschen auf der Welt. Gleichzeitig sieht er ganz unterschiedlich aus." Neben dem Dormagener Himmel malte Althaus für eine Ausstellung in der Zeche Zollverein den Himmel über Essen.

Vor der Ausstellungseröffnung am Mittwoch im Kulturhaus sei sie nicht nervös gewesen, sagt Christina Althaus. "Ich kenne das ja schon, ich habe schon so viele Ausstellungen eröffnet. Aber es ist ein gutes Gefühl, die Resonanz war toll und ich habe sehr nette Gespräche geführt." Althaus legt viel Wert auf kreative Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Im Kreismuseum Zons leitete sie museumspädagogische Projekte. Sie lebt seit über 25 Jahren in Gohr, hat dort auch ihr Atelier. Geboren wurde sie 1954 in Düsseldorf, studierte an der Kunstakademie. "Dormagen bin ich stets treu geblieben, weil ich mich hier heimisch fühle und mit der Gegend inzwischen sehr verwurzelt bin."

(NGZ/ac)
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