Dormagen: Die guten Seelen des Café Sowieso

Dormagen : Die guten Seelen des Café Sowieso

Seit mehr als drei Jahren zieht das "Café Sowieso" in Hackenbroich jeden Dienstagvormittag die Gäste an. Geselliges Plaudern, gegenseitige Unterstützung und Kooperatioen prägen die Philosophie. Dahinter stecken vier Ehrenamtliche.

Es gibt frisch belegte Brötchen, jede Menge selbst gebackenen Kuchen, dazu Kaffee und Säfte — alles für maximal einen Euro pro Teil. Seit gut drei Jahren gibt es das "Café Sowieso" im Familienzentrum an der Hackhauser Straße und wurde von Anette Lilienthal von der Evangelischen Kirchengemeinde Dormagen ins Leben gerufen. An jedem Dienstagvormittag sind die Tische mit Frauen und Männern jeden Alters gut gefüllt, die Atmosphäre ist entspannt und freundschaftlich.

Hier lässt sich auch Regina Pleger regelmäßig nieder. Die 61-Jährige hat das Café Sowieso vor etwa zwei Jahren durch eine Bekannte für sich entdeckt. "Wir können uns unterhalten und über spezielle Themen austauschen", sagt sie. Bei Fragen zur Rente, zu Versicherungen oder einem guten Handwerker wissen die Gäste fast immer einen Rat. "Viele Alteingesessene kommen in das Café und teilen ihre Erinnerungen. Und auch Alleinstehende oder verwitwete Menschen finden hier Anschluss." So findet sich immer mal wieder eine Gruppe, die auch außerhalb des "Sowieso" etwas gemeinsam unternimmt — Regina Pleger geht regelmäßig mit vier Frauen schwimmen. "Viele, die alleine sind, freuen sich richtig auf den Dienstag", weiß sie.

Gäste wie sie sind für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Cafés — Regina und Christina Hampel, Susanne Winter und die Neue im Team, Tanja Pauli — Motivation, sich weiterhin zu engagieren und sich immer wieder neue Ideen einfallen zu lassen, mit denen sie die Besucher überraschen können. "Wir bieten verschiedene Aktionen an. So haben wir beispielsweise ein Osterfest und ein Sommerfest gefeiert und im Oktober kommen wir dann im Dirndl und bieten halbe Haxen", berichtet Regina Hampel. "Reinkommen und Wohlfühlen" laute die Devise. "Jeder ist uns willkommen und wird von den anderen Gästen freundlich aufgenommen", weiß sie.

Inzwischen pflegt das kleine Café auch mehrere Kooperationen, etwa mit dem Familienzentrum Villa Kunterbunt und den "Kleinen Strolchen": An jedem ersten Dienstag im Monat führen die Kinder den Gästen etwas vor. Außerdem hat die Fahrradwerkstatt der Schule Am Chorbusch ihre Öffnungszeiten denen des Cafés angepasst. "So entstehen schöne Netzwerke, deren Mitglieder sich gegenseitig unter die Arme greifen können."

Das findet auch Hans-Dieter Sobeck, der fast jeden Dienstag zu Kaffee, Kuchen und zum Plaudern ins Café kommt. "Ein Bekannter hat mich vor zwei Jahren animiert, mitzukommen und ich mag die tolle Atmosphäre. Wir sind eine nette, kleine Runde", sagt der 66-Jährige. "Ich schätze die Geselligkeit und erfahre immer Neuigkeiten aus dem Ort."

Neben dem Geselligkeitsfaktor punktet das Café auch mit Gemeinnützigkeit: Durch Spendenaktionen wollten sie die Toiletten-Situation an der Grundschule Burg Hackenbroich verbessern — mit Erfolg: Bald schon können sich die Schüler über hygienische Sanitäranlagen freuen.

Häufig werden die Organisatorinnen des Café Sowieso gefragt, warum sie den Treff nicht öfter anbieten. Das hat, heißt es, mit dem Aufwand zu tun, der hinter der Arbeit steckt und nicht von allen gesehen wird — wie backen, einkaufen und dekorieren. Auch haben die Ehrenamtlerinnen alle Familie mit mindestens zwei kleinen Kindern, so dass nur wenig Zeit bleibe.

(NGZ)
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