Dormagen: Die große Handball-Familie

Dormagen : Die große Handball-Familie

Der DHC Rheinland und seine Vorgängervereine haben viele langjährige Fans. Vom Betreuer-Ehepaar, das tagtäglich für den Verein rackert, bis zu "gemäßigten" Unterstützern, die jedes Heimspiel besuchen.

Es sollten nur sechs Wochen werden. Als Herbert Genzer im Sommer 1989 gefragt wurde, ob er ersatzweise als Betreuer der 1. Herrenmannschafft des TSV Bayer Dormagen ins Trainingslager reisen würde, sagte er zu — auf Drängen seiner Frau Marion, die gar nicht nachgedacht hätte bei einem solchen "Angebot".

Doch Herbert Genzer war damals — noch — nicht der glühende Handballfan wie seine Frau . "Ich dachte mir, ich mach' das mal sechs Wochen." Heute, 22 Jahre später, ist der 69-Jährige noch immer Betreuer der Herrenmannschaft. Das Ehepaar kümmert sich um eine Rundumversorgung der Spieler. Einen DHC ohne die Genzers — "das wird's nicht geben", sagen beide. "Der DHC ist Familie."

Die erste Herrenmannschaft des DHC Rheinland (früher TSV Bayer Dormagen, TSV Dormagen) hat viele langjährige Fans und Unterstützer. Sie haben in guten wie in schlechten Zeiten dem Verein die Treue gehalten.

Marion und Herbert Genzer stechen da sicherlich hervor. Ihr Sohn Christian ist Vorsitzender des Fanclubs. Er war es, über den die Eltern zum Handball fanden. Christian war als jugendlicher Fan zu jedem Spiel der 1. Herren gereist. Aus "Sorge" um ihren Sohn war die Mutter irgendwann mitgefahren, um aufzupassen, dass "die da nicht zu wild feiern".

Doch es gibt auch "gemäßigte" Unterstützer, wie es so schön heißt. Winfried Grams (71) ist einer von ihnen. Der gebürtige Essener spielte früher selbst für den TSV. Er wohnt seit 1960 in Dormagen, arbeitete bis zur Rente bei Bayer im Kraftwerk. Er besitzt für die Heimspiele des DHC eine Dauerkarte.

Für Grams, der fast 35 Jahre im Stadtrat saß, ist "Handball ein großartiger Sport, ein absoluter Mannschaftssport, nichts für Einzelkämpfer", was nicht ausschließe, dass eine gute Mannschaft einen Führungsspieler brauche, und einen solchen vermisst Grams derzeit. Doch ist Grams sich sicher: "Der wird sich schon finden." Die Mannschaft habe großes Potenzial und auf der Tribüne spüre man, dass die Spieler für den Verein kämpfen.

"Ja, die Mentalität", sagt Ansgar Vogt, "die ist entscheidend." Der 72-Jährige spielte ebenfalls selber lange beim TSV, heute ist er "nur noch" Zuschauer bei den Heimspielen.

Sein Vater Ansgar Vogt sen. hatte die Handballabteilung des Vereins mit Walter Frowein gegründet. Da ging für den Sohn als Jugendlicher kein Weg am Handball vorbei. Wie die anderen auch, sagt er der Mannschaft einen Tabellenplatz im oberen Mittelfeld voraus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Saison 2011/12: Das Team des DHC Rheinland

(NGZ)