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Dormagen: Die Gewaltspirale stoppen

Dormagen : Die Gewaltspirale stoppen

Dormagen Jugendliche werden angepöbelt, es kommt zu Schlägereien. Drogen wechseln im Umfeld der Schulen die Besitzer. Handys werden erpresst. Nach wie vor Randale in den Bussen. Fahrgäste fühlen sich nicht mehr sicher.

Im Umfeld von zwei Schulen in Dormagen eskaliert die Gewalt: Im Schulzentrum Nord mit Hermann-Gmeiner-Hauptschule, Bettina-von Arnim-Gymnasium , Erich-Kästner-Schule und Berufsbildungszentrum - und dem Bahnhofsumfeld, seit jeher in Dormagen Anziehungspunkt zwielichter Gestalten.

Der zweite Schwerpunkt: die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule (BvS) in Nievenheim. Dort waren die Gewaltakte von auswärtigen Jugendlichen, viele augenscheinlich mit Migrationshintergrund, auf die BvS-Schüler so schlimm, dass Schulleiter Dr. Volker Hansen, Eltern und das Kollegium jetzt einen Zaun um das Schulgelände fordern.

Hansen gegenüber der NGZ: "Die Übergriffe schulfremder junger Erwachsener auf unsere Schüler haben so zugenommen, dass wir uns nicht anders zu wehren wissen." In Düsseldorf und Wuppertal wurden bereits einige Schulen eingezäunt.

Das Spektrum der Übergriffe reicht von verbalen Pöbeleien bis zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Insider berichten, dass dort und vor allem am Bahnhof ein Teil der Rivalitäten zwischen jungen Erwachsenen aus Hackenbroich und Chorweiler, zum großen Teil türkischer Abstammung, ausgetragen werden.

Auch Hans-Willi Arnold, Pressesprecher der Kreispolizei bestätigt auf Anfrage der NGZ: "An beiden Stellen kommt es gehäuft zu Polizeieinsätzen."

Ein Anlass für die häufigen Alarmierungen: Schlägereien, Abzocke, Sachbeschädigungen, Vandalismus. Nicht selten sind die Schüler die Opfer. Und die Besucher des Jugendzentrum des Internationalen Bundes an der Gesamtschule.

Jetzt riss der Stadt der Geduldsfaden: "Ab 1. März wird das Jugendzentrum bereits um 16 Uhr geschlossen statt wie bisher um 20 Uhr", bestätigt Bürgermeister Heinz Hilgers auf Anfrage der NGZ.

Die von außen in das Zentrum getragenen Zustände von der Alkoholversorgung durch über 18-Jährige aus einer nahe gelegenen Tankstellen bis zu Zerstörungen und Schlägereien will er einen Riegel vorschieben.

"Wir haben versucht mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, um deren Einsicht zu fördern, aber das hat nicht gefruchtet", so Hilgers. Jetzt zieht er die Notbremse. Doch das Kernproblem scheint damit noch nicht gelöst.

Um vor weiteren Zerstörungen und Randalen sicher zu gehen, werden künftig Sicherheitsdienste in den Schulzentren in Nievenheim und in Dormagen-Nord eingesetzt.

Zum Teil werden diese Dienste, die vom Ordnungsamt eingesetzt werden, mit Hunden patrouillieren. Hilgers: "Wir müssen hart durchgreifen, wir können wollen uns unsere bewährte Jugendarbeit nicht von außen kaputt machen lassen."

Ein Ärgernis sind auch weiterhin die Übergriffe Jugendlicher in den Stadtbussen. Ulrich Pfister, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD): "Wir haben weiter massive Probleme mit Jugendlichen in den Bussen."

Dabei kommt es vor allem auf den Strecken zwischen Bahnhof und Hackenbroich immer wieder zu Zerstörungen, sei es, dass Scheiben beschädigt oder Sitze zerschnitten werden.

"Aber auch Übergriffe auf Fahrgäste werden immer wieder registriert", bestätigt Klaus Bauer, für die BahnVerkehrRheinland und damit die StadtBusse in Nievenheim tätig, Die Schäden sind immens: "Eine gründliche Busreinigung kostet rund 1000 Euro", so Bauer.

Und die Fahrer sind überfordert, müssen sich aufs Lenken konzentrieren.Laut Pfister hat eine Kommission jetzt die Lage beraten und will im Frühjahr Beschlüsse fassen. Auch in den Bussen soll vermehrt kontrolliert werden, unter Umständen auch Sicherheitspersonal zum Einsatz kommen.

(NGZ)