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Dormagen: Die Frau für alle Fälle in St. Michael

Dormagen : Die Frau für alle Fälle in St. Michael

Katica Engel ist seit fünf Jahren Gemeindereferentin für die Pfarre St. Michael. Sie betreut Sternsinger, Kommunionkinder, Firmanden.

Am Samstag wird Katica Engel im Römerhaus auf die Rückkehr der Sternsinger warten, um die Sammeldosen zu entleeren, das Geld zu zählen und bei unvorhergesehenen Ereignissen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. "Es passieren immer Kleinigkeiten, irgendwer hat immer irgendetwas vergessen", berichtet die Gemeindereferentin schmunzelnd. Katica Engel unterstützt Pfarrer Peter Stelten und das Pastoralteam in der Arbeit für die Pfarrgemeinde St. Michael Dormagen-Süd.

Im September vor mehr als fünf Jahren hat die damals 27-Jährige ihre Arbeit für die Gemeinde aufgenommen, anderthalb Jahre bleibt sie noch in Dormagen. "Eigentlich ist die erste Stelle auf fünf Jahre befristet, aber durch die Strukturreform und das Zusammenwachsen der Gemeinde St. Michael aus mehreren eigenständigen Pfarren wurde meine Zeit hier zum Glück verlängert", erklärt Engel. Sie arbeitet gern mit Menschen und liebt ihren Job: "Ich möchte mit dazu beitragen, dass die Gemeinde lebendig ist", sagt sie. Dafür ist sie dann auch gern zu unüblichen Arbeitszeiten in einer Sechs-Tage-Woche — früh morgens, spät abends oder am Wochenende — im Einsatz für den Glauben: Sie betreut Sternsinger ebenso wie Kommunionkinder, Firmanden und andere Gruppen wie den Familienmesskreis oder die "Ü8-Party" im Jugendcafé Micado — eine Frau für alle Gemeinde-Fälle. "Junge Menschen und ihre Eltern für die Kirche zu begeistern, ist mir sehr wichtig", sagt Katica Engel.

Als in Bosnien geborenes Kind hat sie selbst Kirche anders erlebt. "Dort und auch in Kroatien, dem Heimatland meines Vaters, wo ich aufgewachsen bin, gab es weniger Gemeindearbeit als in Deutschland", vergleicht sie die Länder. Auf dem Balkan gingen die Gläubigen zwar zur Kirche, danach aber meistens sofort wieder nach Hause. "Dass dort etwas Gemeinsames angeboten wird, war sehr selten", erinnert sich Katica Engel.

Als sie als Zwölfjährige von 1992 bis 1994 mit ihren Eltern während des Kosovokrieges in Deutschland in Engelskirchen verbrachte, lernte sie ein Gemeindeleben kennen, das sie tief beeindruckte: "Da gab es viele Angebote für Jung und Alt, das Miteinander stand im Vordergrund." Dort beschloss sie bereits, für die Kirche tätig zu werden. Nach ihrem Abitur 2002 in Kroatien studierte Katica Engel Religionspädagogik an der Katholischen Fachhochschule in Paderborn. Dort lernte sie auch ihren Mann Christof Engel kennen, der ebenfalls als Gemeindereferent (in Köln) arbeitet. "Ich sage immer, dass es vorbestimmt war, dass ich nach meinen zwei Jahren in Engelskirchen einen Mann mit Nachnamen Engel heirate", erzählt die 32-Jährige lachend.

Sie kennt so gut wie keinen Alltagstrott, schließlich begegnen ihr immer neue Menschen. "Klar gibt es jedes Jahr die Firmung, aber es sind jedes Jahr immer wieder neue Teilnehmer mit neuen Ansichten und Überlegungen", weist sie darauf hin, dass ihr Beruf "spannend bleibt". Durch die Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer mache ihre hauptberufliche Arbeit erst richtig Sinn: "Nur durch Engagement der Gemeindemitglieder funktioniert das Leben in einer Pfarre", sagt die Gemeindereferentin, die St. Michael Dormagen-Süd ein gutes "Zeugnis" ausstellt: "Hier klappt die Zusammenarbeit gut, jedes Jahr beteiligen sich viele Ehrenamtler an den Projekten der Pfarre." So sorgen viele Helfer hinter den Kulissen für den reibungslosen Ablauf zum Beispiel der Sternsingeraktion.

Entspannung findet Katica Engel beim Schwimmen, was sie einmal pro Woche einplant. "Nur manchmal klappt das nicht", gibt sie zu. Sie liest gern und geht leidenschaftlich gern ins Kino. "Filme im Kino anzuschauen, finde ich faszinierend", sagt sie. Einen speziellen Lieblingsfilm hat sie nicht, allerdings gefiel dem Fantasy-Fan "Der Hobbit" sehr gut. "Ich mag viele verschiedene Film-Arten", sagt Engel.

(NGZ/ac)