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Dormagen: Die Energie-Revolution

Dormagen : Die Energie-Revolution

Dormagen Am 7. Oktober 1995 trafen sie sich zum ersten Mal - und wurden damals noch von vielen in die Spinner-Ecke gestellt. Heute zählen sie zu den gesuchten Experten und Kontaktpersonen, wenn es um Energieeinsparungen geht.

Dormagen Am 7. Oktober 1995 trafen sie sich zum ersten Mal - und wurden damals noch von vielen in die Spinner-Ecke gestellt. Heute zählen sie zu den gesuchten Experten und Kontaktpersonen, wenn es um Energieeinsparungen geht.

Öl, Gas und Strom sind so teuer geworden, dass die Suche nach preisgünstigeren, erneuerbaren und effizienten Alternativen viele Hauseigentümer umtreibt. Beim Solarstammtisch der Stadt Dormagen sind sie an der richtigen Adresse - dort hat sich bei den 50 Veranstaltungen dieser Art eine Börse für Neuerungen auf dem Gebiet der alternativen Energiequellen von Bio-Gas über Wind bis zur Ausnutzung von Sonnenstrahlen entwickelt.

Der damalige Umweltbeauftragte der Stadt, Professor Peter Heck von der Fachhochschule Trier und Leiter des Instituts für angewandtes Stoffstrom-Management in Birkenfeld im Hunsrück, erinnert sich: "Wir wollten damals einen geselligen Rahmen, in dem diese Themen behandelt werden." Ein Konzept, das in Dormagen offensichtlich aufging.

Mit fast 550 Sonnenkollektor-Anlagen mit rund 3500 Quadratmeter Fläche - der überwiegende Teil auf den Dächern von Privathäusern - liegt Dormagen an dritter Stelle im Landes-Ranking Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen etwa 70 Fotovoltaik-Anlagen, die umweltfreundlich Strom liefern.

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Stärker in den Vordergrund sind in den vergangenen Jahren die Fördermöglichkeiten für die erneuerbaren Energien gerückt. Doch da hat die Dormagener Umweltfee Anna Grzondziel schlechte Nachrichten: "Der Topf der Bundesförderung ist leer." Die Bürger, die bereits Bescheide bekommen haben, bekommen auch ihr Geld, die anderen werden auf nächstes Jahr vertröstet."

Immerhin gab es bis jetzt 54,60 Euro pro Quadratmeter für Solar-Kollektoren für die Warmwasseraufbereitung und 70,20 Euro pro Quadratmeter für die Anlagen mit Heizungsunterstützung. Offenbar ist die Regierung von dem Interesse an Energie-Alternativen überrollt worden.Weiter gezahlt werden in Dormagen allerdings die Zuschüsse der evd Energieversorgung Dormagen: 500 Euro für die Warmwasseraufbereitung mit Sonnenenergie, 1100 Euro für die Heizungsunterstützung.

Die Entwicklung in den vergangenen 50 Veranstaltungen nennt Umwelt-Experte Heck eine "Revolution", das Echo auf Veranstaltungen wie den Stammtisch überwältigend: "Wir müssen sehen, dass jährlich in Deutschland ein Prozent der gesamten Energie auf erneuerbarer Basis umgestellt wird.

Bei dem Gesamtverbrauch ist das gigantisch." Ähnliches gelte für die Landwirtschaft, die sich in großen Schritten mehr und mehr an der Energiegewinnung beteiligt. Und aus Sicht des Experten das Wichtigste: "Immer mehr Bürger werden ihre eigene Energie-Produzenten. Das war vor Jahren noch undenkbar." Aus Sicht von Heck "ein Weg, der mit Zellen wie dem Solarstammtisch" begründet wurde. Und der angesichts weiter steigender Öl-, Gas- und Strompreise auf immer stärkeres Interesse in der Bürger trifft. Auch immer mehr Unternehmer vom Handwerker bis zur Industrie stellen sich auf den kommenden Boom ein.

(NGZ)