Dormagen: Die CDU will Caritas-Kaufhaus in der City

Dormagen : Die CDU will Caritas-Kaufhaus in der City

In Neuss besichtigten die Spitzen der CDU das Caritas-Kaufhaus. Das erfolgreiche Projekt zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen soll auch in Dormagen einen Standort erhalten. Bürgermeister Hoffmann bietet Vermittlung an.

Das seit 24 Jahren erfolgreiche Neusser Caritas-Kaufhaus suchten jetzt die Spitzen der Dormagener CDU auf, um sich über das Angebot und die Arbeitsweise zu informieren. Die Pläne des Caritasverbandes im Rhein-Kreis, ebenso wie in Neuss und in Grevenbroich auch in Dormagen ein solches Sozial-Kaufhaus zu errichten, waren bei der Versammlung der Werbegemeinschaft auf Widerstand einiger Einzelhändler gestoßen (die NGZ berichtete). "Wir möchten uns selbst ein Bild vom Caritas-Kaufhaus machen", sagt CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer. Und das fiel positiv aus: "Wir halten das Projekt, mit dem Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden sollen, für sehr begrüßenswert", betonte Wimmer anschließend. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann bot an, zu einem Gespräch Vertreter der Caritas und der Einzelhändler einzuladen.

In Neuss liegt das 1500 Quadratmeter große Caritas-Kaufhaus, in dem Trödel, Kleidung und Möbel zum kleinen Preis angeboten werden, in so genannter "1b-Lage" in der Innenstadt. Und da wollen die Caritas-Verantwortlichen auch in Dormagen das Kaufhaus eröffnen, wie Dirk Jünger, Abteilungsleiter Soziale Dienste, betont: "Wir wollen für unsere Mitarbeiter und Kunden mitten in die Gesellschaft." Die Käufer, die zum Beispiel einen Rock für fünf Euro erstehen, müssen keinen Bedürftigkeitsnachweis erbringen, so Jünger: "Wir wollen niemanden diskriminieren, sondern auch ein Zusammentreffen aller Gesellschaftsschichten ermöglichen." Denn Hauptaufgabe des Ladens sei nicht der Schnäppchen-Verkauf an Bedürftige, sondern die Eingliederung von Landzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Die Erfolgsquote beträgt zwölf bis 15 Prozent: So viele Mitarbeiter der Maßnahmen, die vom Jobcenter gefördert werden, können in ein sozialversichertes Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Das Jobcenter hatte der Caritas im Rhein-Kreis im Januar einen Zuschuss in Höhe von 650 000 Euro zur Förderung der Langzeitarbeitslosen bewilligt. Die Zuschüsse sind auf 15 Monate beschränkt.

"Uns geht es weniger um die Waren als um die Menschen, die in einem geschützten Rahmen von Fachleuten behutsam auf das richtige Arbeitsleben vorbereitet werden", sagt Fachbereichsleiter Jürgen Maukel und erklärt, warum das Caritas-Kaufhaus keine Konkurrenz zu den Kaufhäusern sei. Wie Vizebürgermeister Hans Sturm, CDU-Parteichef André Heryschek, seine Stellvertreterin Alana Schiffer und Geschäftsführerin Carola Westerheide neben Hoffmann und Wimmer erfahren, wird dabei von der Inventarisierung über die Auszeichnung der Ware bis zur Kundenberatung und zur Kassenbesetzung der Alltag im Kaufhaus nachvollzogen.

Denn wie der Dormagener Dieter Busch, Leiter des Caritas-Kaufhauses in Grevenbroich, erklärt: "Sinnvolle Arbeit stabilisiert — körperlich und seelisch." Diese Förderung geschieht auch in den Radstationen — 2014 soll das Projekt im umgebauten Bahnhof in Horrem starten. Für das Caritas-Kaufhaus wird in Dormagen nach geeigneten Räumen gesucht — 400 Quadratmeter müssten es mindestens sein.

(NGZ)
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