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Dormagen: DHC-Profis lernen Deutsch

Dormagen : DHC-Profis lernen Deutsch

Die Handball-Profis Arni Thor Sigtryggsson und Sigurbergur Sveinsson aus Island sowie der Serbe Marko Krsmancic verbessern ihre Sprachkenntnisse in einem Kursus an der VHS. Das ist gut fürs Spiel – und fürs Shoppen.

Der Rüffel folgt auf dem Fuße: "Die Spieler lernen doch schon eine Weile Deutsch", sagt VHS-Leiterin Claudia Stawicki, nachdem ich den beiden Handball-Profis Marko Krsmancic und Arni Thor Sigtryggsson spontan einige Fragen auf Englisch gestellt habe. Tatsächlich antwortet der isländische Handball-Profi in Diensten des DHC Rheinland ohne zu zögern: "Sehr gut kann ich die Sprache noch nicht – aber schon ein bisschen." Glatt untertrieben, wobei der 25-jährige Isländer davon profitiert, schon an der Schule erste Deutsch-Kenntnisse mitbekommen zu haben.

"Ich leider nicht", sagt der Serbe Marko Krsmancic und lacht. Der 20-jährige Rückraumspieler, der sich nach nur drei Auftritten im DHC-Dress schwer verletzt hat und momentan den harten Weg der Reha geht, ist froh, dass Teamkollege Sigtryggsson – Sigurbergur Sveinsson fehlte gestern wegen Krankheit beim Unterricht – alle Fragen ausführlich beantwortet. Auch die nach der Bedeutung der Sprachkenntnisse bei Training und Spiel. "Die Handball-Sprache ist einfach, man braucht nicht viele Wörter", sagt Arni Thor Sigtryggsson. "Angriff, Abwehr, Raus!, Bleib! – viel geht außerdem über Zeichensprache und Signalwörter", sagt der Isländer, der gleichwohl betont: "Es ist wichtig, miteinander reden zu können. Zumal ja auch der Trainer Deutsch mit uns spricht."

DHC-Coach Kai Wandschneider legt Wert auf die Landessprache; er will keine Grüppchen, keine Außenseiter – und er will auch in Stresssituationen verstanden werden. "Das ist manchmal ein bisschen schwierig, wenn in der Auszeit alle gleichzeitig sprechen und die Fans dazu noch Lärm in der Halle machen", sagt Arni Thor Sigtryggsson. "Aber es wird besser jeden Tag, jedes Spiel."

Der Wert der Sprache zeigt sich aber nicht nur auf dem Feld, sondern auch bei privaten Kontakten. "Wir fahren mit dem Team schon mal nach Köln oder Düsseldorf zum Einkaufen", sagt Marko Krsmancic. Das sei sprachlich kein Problem, versichert sein isländischer Mitspieler – "es kann nur teuer werden", sagt er und lacht. Immerhin bereitet Dozentin Radka Lemmen die Spieler, die anfangs vor allem Handball-Begriffe paukten, auch aufs "wirkliche Leben" vor. "Zur Verständigung im Alltag, etwa bei der Wohnungseinrichtung", erklärt die Lehrerin, die von Marko Krsmancic ein dickes Lob kassiert: "Mit ihr ist es einfach", sagt der Profi über die Dozentin, die auch in Integrationskursen der VHS Deutsch lehrt. Und sich eigens in die ihr ferne Handball-Welt begeben hat, um zu lernen, was Handball-Profis wissen müssen. "Der Kursus läuft natürlich nicht nach Schema F, ich musste mich gezielt vorbereiten", sagt sie. Zum Handball-Fan ist sie nicht geworden. "Mein Leben ist dann doch etwas Anderes."

(NGZ)