Dormagen: DHC-Aus bitter für Dormagen

Dormagen : DHC-Aus bitter für Dormagen

In ersten Reaktionen wird deutlich, wie unerwartet die Insolvenz des Handball-Zweitligisten DHC Rheinland kommt. Bürgermeister Hoffmann ist ebenso geschockt wie Jürgen Steinmetz (Rhein-Kreis Neuss).

Die erneute Insolvenz und das damit verbundene Aus des Bundesliga-Handballs schockt Dormagen. "Das ist ganz bitter", sagte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Ihn hatte Heinz Lieven, Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten, am Vormittag per Telefon vom Gang zum Amtsgericht informiert. Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrates, der an den Verhandlungen zur Fusion mit der HSG Düsseldorf beteiligt war, versuchte noch, Lieven umzustimmen. Vergeblich. "Ich kann sein Vorgehen auch ein Stück weit verstehen." Die ersten Reaktionen auf das Handball-Aus:

Peter-Olaf Hoffmann: "Diese traurige Nachricht hat mich völlig überrascht. Gerade weil die letzten Signale mit der Präsentation eines neuen Hauptsponsors für die nächste Saison in die Gegenrichtung wiesen. Es ist sehr schade, weil sich im vergangenen Jahr viele sehr dafür engagiert haben, dem DHC aus der Misere zu helfen. Vielleicht hat die aktuelle sportliche Situation mit dazu beigetragen. Letztlich ist es natürlich vernünftig, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, wenn es wirtschaftlich richtig ist. Aber für Dormagen ist es ein Imageverlust, viele haben sich mit dem Bundesliga-Handball identifiziert. Was die möglichen Auswirkungen auf das Sportinternat betrifft, sind der TSV und der Rhein-Kreis gefragt."

Karl-Josef Ellrich, Vorsitzender des TSV Bayer: "Ich habe schon überlegt, ob Heinz Lieven das auf Dauer weitermacht. Ich habe dessen Engagement immer hoch anerkennt. Ob es einen TSV Bayer in der Regionalliga geben wird, kann ich heute nicht sagen. Wir werden mit Sicherheit keine Abenteuer eingehen, schließlich haben wir aus der Vergangenheit noch Verpflichtungen gegenüber dem Konzern in Höhe von zwei Millionen Euro. Jetzt fehlen auch die Mieteinnahmen für die Halle. Auf Dauer wollen wir schon in die Regionalliga."

Jürgen Steinmetz: "Das ist eine Hiobsbotschaft für den Sport im Rhein-Kreis und den Handball insbesondere. Wenn ich die Begründung von Lieven höre, bin ich schon entsetzt über den Umgang mit Menschen, die sich sehr engagieren. Leider stehen nicht alle zusammen, das haben die Reaktionen auf die Kooperation mit der HSG gezeigt."

Christian Genzer, Vorsitzender des Fanclubs: "Ich kann Heinz Lieven schon etwas verstehen, gerade wenn man sieht, was von den Spielern zurückkommt. Seine Reaktion kommt sicher nicht aus heiterem Himmel, da ist etwas vorgefallen. Ich hoffe, dass es wenigstens etwas höherklassigen Handball geben wird. Schließlich bin ich seit über 30 Jahren als Handball-Fan dabei."

(NGZ/jco)