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Dormagen: Der Zirkus-Artist

Dormagen : Der Zirkus-Artist

Mit drei Jahren stand er zum ersten Mal im Scheinwerferlicht: Als Clown tritt der 19-Jährige noch immer auf. In ein paar Jahren möchte Timmy Traber das Familienunternehmen leiten. Ein Blick hinter die Kulissen.

Einmal in der Manege stehen, wie Vater und Onkel Kinder und Erwachsene zum Lachen bringen. Als die Scheinwerfer und die gebannte Aufmerksamkeit der Zuschauer zum ersten Mal auf Timmy Traber gerichtet sind, ist er erst drei Jahre alt.

"Es war schon immer mein Traum, eines Tages als Clown in der Manege zu stehen und wenn ich die leuchtenden Augen der Kinder sehe, weiß ich auch warum", sagt der 19-jährige Timmy Traber über seine Leidenschaft, den Zirkus.

Sechzehn Jahre sind seit seinem großen Tag vergangen und noch immer spricht er voller Begeisterung von seinem Leben beim Zirkus, dem Leben hinter den Kulissen, sobald das Scheinwerferlicht erlischt und die Besucher den Heimweg antreten. "Der Alltag hier ist ein Fulltimejob, aber wir Artisten leben für den Zirkus. Allein rollt er schließlich nicht weiter", sagt der 19-Jährige, der die Leitung des Zirkus Traber in einigen Jahren übernehmen möchte.

Auch der 15-jährige Remo Traber zählt sich zur 50-köpfigen Zirkusfamilie und hält die Zuschauer regelmäßig mit Jonglage und Kunststücken auf dem Trapez in Atem. Wie Timmy ist auch Remo mit dem Leben auf Reisen aufgewachsen. "Der Zirkus Traber tourt jedes Jahr durch Deutschland, Belgien und Holland. Am besten gefallen hat mir bislang Amsterdam. Die Stadt ist sehr schön", sagt der 15-Jährige.

Jede Woche eine andere Stadt — ein Leben, von dem so manch einer träumen mag, doch was zunächst abenteuerlich scheinen mag, birgt auch so manche Hürde, besonders für den Nachwuchs.

"Die ersten Jahre habe ich jede Woche eine andere Schule besucht. Irgendwann wurde es allerdings schwieriger, sich einzugewöhnen, weil meistens unterschiedliche Themen durchgenommen wurden. Auch Freundschaften über längere Zeit zu pflegen, war eine Herausforderung", sagt Timmy Traber.

Mittlerweile zieht eine Zirkusschule mit der Familie mit. "Es gibt insgesamt zwei Klassen, eine für die Älteren und eine für die Jüngeren", erklärt Remo Traber. Zwei Mal die Woche werden die Kinder dort unterrichtet. "Die Zirkusschule ist viel praktischer für uns, da sie in unseren Tagesablauf hineinpasst", sagt Timmy. Und man wisse ja nie ...

Tatsächlich sind die Ränge nicht mehr so gefüllt, wie noch vor einigen Jahren. "Gerade die jüngere Generation sitzt lieber vor der Spielkonsole oder surft im Internet, anstatt in den Zirkus zu gehen.

Das ist sehr schade, da der Zirkus ein Stück weit Kultur ist, die nicht verloren gehen sollte", meint der 19-Jährige. Halt macht die Familie mitsamt 60 Tieren jedes Jahr von November bis März auf einem Bauernhof in Mönchengladbach, obwohl der Zirkus ursprünglich aus Zons kommt.

(NGZ)