Der Wald in Dormagen: Wenig Platz für Aufforstung

Waldsituation in Dormagen : Nur wenig Flächen für Aufforstungen

Der Planungs- und Umweltausschuss wird über die Waldsituation in Dormagen diskutieren. Anlass dazu bietet ein FDP-Antrag für einen „Masterplan Wald“, der mehr Aufforstungen ermöglichen soll.

Während der Klimaschutz zum politischen Top-Thema avancierte, ist auch der Wald inzwischen in aller Munde. Durch nichts könne der Klimawandel so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Eidgenössischen Technischen Universität Zürich, auf die die Stadtverwaltung in einer Beratungsvorlage für die nächste Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 29. Oktober verweist. Manche Experten gehen sogar davon aus, dass das Pflanzen von Bäumen sogar das Potenzial habe, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen.

Anlass für diese Ausführungen ist ein Antrag der Liberalen für die anstehende  Sitzung des Fachgremiums. Die FDP nämlich will einen „Masterplan Wald“:  FDP-Fraktionschef Karlheinz Meyer und Ratsmitglied Torsten Günzel verweisen auf die Anfang April im Ausschuss geführte Diskussion über den niedrigen Waldanteil von Kreis und Stadt. Mit ihrem Antrag wollen die Liberalen nun dem Thema nicht nur „die nötige Aufmerksamkeit“ verschaffen, sondern der Verwaltung zugleich „einen klaren Arbeitsauftrag erteilen“.

Zum von der FDP befürworteten Masterplan Wald würde neben der Darstellung vorhandener und potenzieller Waldflächen  auch eine Darstellung gehören, wie Aufforstungen umgesetzt werden könnten. Geprüft werden soll die Möglichkeit von Förderungen durch alle staatlichen Ebenen wie auch durch die EU. Zudem soll der Masterplan erste konkrete Umsetzungsschritte enthalten. An ihm mitwirken könnten alle Interessierten, so die FDP. Um dies gewährleisten zu können, seien Werkstattgespräche nötig - die bei der Erstellung eines ersten Entwurfs zu berücksichtigen seien.

Eine ausdrückliche Beschlussempfehlung der Verwaltung für den Ausschuss gibt es nicht. Dennoch lässt die Beratungsvorlage zwischen den Zeilen erkennen, dass man im Rathaus angesichts der bereits vorhandenen Initiativen und Projekte nicht unbedingt Bedarf für einen Masterplan sieht.

„Insgesamt ist festzustellen, dass es bereits verschiedene Planwerke gibt, die eine weitere Wald-, bzw. Baumentwicklung vorsehen und auch bereits zur Waldvermehrung in Dormagen beigetragen haben“, heißt es hierzu. Diesen Weg will die Verwaltung weiter verfolgen, und zwar in Abstimmung mit Wald und Holz sowie der Naturschutzbehörde des Kreises.

Ein wesentliches Problem ist aus der Sicht des Rathauses die Verfügbarkeit geeigneter Flächen. So habe etwa der Rhein-Kreis Neuss große Schwierigkeiten, an Flächen für die Waldvermehrung in Dormagen zu kommen. Dies liegt daran, dass das Stadtgebiet „einem sehr starken Druck verschiedener Nutzungsinteressen ausgesetzt“, ist, wie es in der von Bürgermeister Erik Lierenfeld unterzeichneten Vorlage heißt.

Einerseits gebe es „enorme Flächenbedarfe für Wohnen und Wirtschaft“, hinzu komme, dass die Landwirtschaft teilweise hochwertige Lössböden bewirtschafte, „die nicht für eine Aufforstung in Frage kommen“, wie dem Statement der Verwaltung zu entnehmen ist. Potenzialflächen seien angesichts dessen in Dormagen derzeit kaum vorhanden.

Zur Planung von Waldflächen gibt es bereits Zielsetzungen und Planwerke, die teilweise aus dem Landschaftsplan des Kreises resultieren. Im Forsteinrichtungswerk, das von Wald und Holz NRW zuletzt  2017 fortgeschrieben wurde, sind alle Waldflächen der Stadt mit den Bestandsdaten für jede Waldfläche  digital erfasst. Zusätzlich lassen sich daraus  Angaben zum Waldzustand und zu den Waldentwicklungsmaßnahmen ableiten.

 Fördermöglichkeiten für die zusätzliche Aufforstung von Wald gebe es derzeit nicht.

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