1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Der Verwaltungschef des NGK

Dormagen : Der Verwaltungschef des NGK

Das Norbert-Gymnasium Knechtsteden wird von einem privaten Verein getragen, dem der Delhovener Wilhelm Meller seit 20 Jahren angehört. Der langjährige Justiziar des Erzbistums engagiert sich vielfältig als Ehrenamtler.

Langeweile ist ein Fremdwort für den Delhovener Wilhelm Meller. Der 61 Jahre alte Rechtsanwalt ist beruflich und ehrenamtlich auf vielen Feldern unterwegs. Und das wortwörtlich, betreibt er doch nebenberuflich mit seinem Bruder den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Zons — und berät viele Landwirte in juristischen Fragen.

"Ich sitze auch schon mal selbst auf dem Traktor", sagt Meller schmunzelnd. Die meiste Zeit seines Berufslebens war er von 1977 bis 2006 für das Erzbistum Köln tätig: ab 1987 als Direktor der Hauptabteilung Rechnungskammer und ab 1995 "Hauptabteilungsleiter Recht" und damit bis zu seinem Ausscheiden Justiziar des Bistums. Jetzt ist Wilhelm Meller niedergelassener Anwalt in Köln.

Auch als ehrenamtlicher Vorsitzender des Trägervereins des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden (NGK) kommt Meller seine Berufserfahrung zugute, geht es doch darum, den Schulbetrieb für rund 1400 Mädchen und Jungen und etwa 90 Lehrer aufrecht zu erhalten und inhaltliche Weichen zu stellen.

Da ist eine gute Finanzpolitik bei einem Haushaltsvolumen von acht bis neun Millionen Euro ebenso wichtig wie Entscheidungskraft bei Personaleinstellungen. Gerade konnte der Vorstand mit Johannes Gillrath den Nachfolger für den langjährigen Schulleiter Josef Zanders einstellen — nach lange währender Suche. "Als Schulleiter in Knechtsteden muss man sich über das normale Maß hinaus engagieren", weist Meller darauf hin, nun jemanden gefunden zu haben, der mit Herzblut dabei ist.

Das gilt auch für ihn selbst, schließlich ist er auf das Heilig-Geist-Gymnasium der Spiritaner gegangen, bevor es 1963 vom Trägerverein übernommen und als Norbert-Gymnasium weitergeführt wurde. Seit 20 Jahren wirkt Meller im Trägerverein mit, seit über 15 Jahren als Vorsitzender.

Wilhelm Meller steht zu seinen Überzeugungen, auch wenn offene Worte zu Konflikten führen können. So hat er sich als einer der ersten für die Aufnahme von Schülerinnen auf Knechtsteden eingesetzt.

"Das wurde zunächst abgeschmettert, allerdings bei der nächsten Abstimmung unter dem Druck leicht sinkender Anmeldezahlen zugelassen", erinnert er sich. Auch über die Zukunft der Gemeinden hat der Katholik eine Meinung, die er sich nicht verbieten lässt: "Kirche darf sich nicht kaputtschrumpfen, sondern muss die Gläubigen mitnehmen und nicht wegstoßen." In zahlreichen kirchlichen und sozialen Vereinen ist er ehrenamtlich im Vorstand oder beratend tätig. "Wenn ich mit meinen juristischen Kenntnissen einen Beitrag für das Gemeinwohl leisten kann, ist das sehr erfüllend für mich", sagt Meller, der seine Zeit gern für die gute Sache einsetzt.

(NGZ/rl)