Dormagen: Der Streit der Alpha-Tiere und die große Kehrtwende

Dormagen : Der Streit der Alpha-Tiere und die große Kehrtwende

Das Bürgerbegehren als demokratische Beteiligungsform für Bürger wird in Dormagen jetzt zum dritten Mal benutzt. Erneut beim Thema Bäder. Wenn es um diesen Nassbereich und den Standort Nievenheim geht, fällt automatisch der Name von Kerstin Born. Denn die streitbare Schwimmlehrerin war 2012 die Speerspitze der Bürgerinitiative BI Bad zum Erhalt des Nievenheimer Bades und danach eine Kämpferin für den Erhalt dieses Bades. Bis Mitte der Woche. Dann erfolgte der "totale Schwenk", wie Born selbst formuliert. Äußeres Zeichen: Die Facebook-Gruppe "Rettung Hallenbad Nievenheim" benannte die Administratorin kurzerhand um in "Wir freuen uns auf das neue Hallenbad Dormagen". Wie bitte?

Sie begründet dies mit mangelnder Akzeptanz für ein Bürgerbegehren, "die wir in vielen Gesprächen mit Bürgern herausgehört haben. Sie tragen es nicht mit und sind bereit, ins neue Bad nach Dormagen zu fahren." Parallel beendete Born ihr politisches Engagement für das Zentrum. Sie gibt offen zu, sich mit Zentrum-Chef Hajo Woitzik "überworfen" zu haben. "Wir haben keinen Streit, aber es ist schwer vorstellbar, mit ihm politisch weiter zusammenzuarbeiten". In der Diskussion rund um ein Bürgerbegehren ist die Zweckehe der Alpha-Tiere geplatzt. Statt mit starker Frontfrau geht die IG Nievenheim mit Reiner Blödgen an der Spitze ins Verfahren. Ein unbeschriebenes Blatt. Der initiiert zwar das Bürgerbegehren, so schreibt er dem Bürgermeister - die Stadt wusste offiziell am Freitag von nichts -, scheut ansonsten die Öffentlichkeit und ist nur über eine Mittelsfrau per E-Mail erreichbar.

Kerstin Born entpuppt sich derweil als Realpolitikerin: Sie sieht keine Chancen für einen erfolgreichen Bürgerentscheid und erhofft sich durch ihre Kehrtwende vielleicht bessere Karten bei der Vergabe der Schwimmzeiten für ihren Verein im neuen Bad.

(schum)
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