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Dormagen: Der Schulhund des "Leibniz"

Dormagen : Der Schulhund des "Leibniz"

Zwei Klassen des Leibniz-Gymnasiums freuen sich besonders auf ihren Unterricht. Denn mit Schulhund "Picasso" zu ihren Füßen macht den Schülern das Lernen viel mehr Spaß. Lehrer und Eltern bemerken den Unterschied.

Freudig, aber ohne zu bellen, kommt "Picasso" auf die Mädchen zu. Julia Noetzel (12) und Lea Ploch (12) begrüßen den Schulhund fröhlich. Ihn kennen sie bereits aus dem vergangenen Schuljahr, als "Picasso" probeweise mit ihnen im Biologieunterricht der Klasse 6 war. "Picasso ist super", sagt auch Sebastian Pellny (12). Jetzt sitzt der seit August offiziell installierte Schulhund mit den dreien im Unterricht der 7. Klasse. Dort stört er nicht, im Gegenteil: "Die Kinder sind alle aufmerksam und auch leiser, weil sie den Hund nicht stören möchten", erklärt Claudia Löffler. Die Lehrerin am Leibniz-Gymnasium ist das Frauchen von "Picasso" und setzt den Rüden einmal in der Woche in ihrem Unterricht in einer Klasse 5 (Biologie) und einer 7 (Französisch) ein.

Wichtig ist allen Beteiligten am Projekt "Schulhund", dass sich alle wohl fühlen. Der fünf Jahre alte Mini Australian Shepherd "Picasso" freut sich auf "seine" Schüler, wie Claudia Löffler berichtet: "Er nimmt gern am Unterricht teil, wenn die Atmosphäre entspannt ist." Dann liegt er den Schülern zu Füßen, die sich in einer Befragung nach dem Probebetrieb auch lobend geäußert haben: "Wir sind viel ruhiger, wenn Picasso da ist, dann macht der Unterricht auch mehr Spaß", lautete die Bilanz der Schüler. Ein Mädchen schrieb: "Schön, wenn einem ein Hund beim Lernen um die Füße streicht, das beruhigt mich beim Schreiben eines Tests."

Diese beruhigende Wirkung freut auch Schulleiter Herbert Kremer, der zunächst skeptisch war, als er voriges Jahr von Claudia Löffler auf die Einrichtung eines Schulhundes angesprochen wurde. "Der Schulhund ist eine Bereicherung", sagt er jetzt. Durch den Probelauf gab es bereits viele Eltern, die gemerkt haben, wie positiv sich der Hund auf Konzentration und Sozialverhalten der Kinder ausgewirkt hat. "Wir haben das in der Elternpflegschaftssitzung bereits besprochen, dort war das Echo sehr positiv." Bevor der Hund in die Klasse darf, müssen alle Schüler und Eltern zustimmen.

Claudia Löffler hat sich als ein Teil des Schulhund-Teams speziell weitergebildet, kann mit ihrem Hund auch nonverbal kommunizieren. "Der Hund soll ja den Unterricht nicht stören, sondern die Kinder stärken", sagt sie. Bisher werden Schulhunde eher in Grundschulen und Kitas eingesetzt. "In Gymnasien steht oft ein großer Raum- und Fachwechsel an, aber auch für größere Schüler ist ein Hund ideal", so Löffler.

Wenn ihm alles zu bunt und laut wird, kann sich "Picasso" in eine Ecke der Klasse auf seine blaue Decke zurückziehen. Doch das macht er nie. "Er liegt viel zu gern bei den Schülern", erklärt sein Frauchen.

(NGZ)