Dormagen: Der neue RRX soll mehr Komfort bieten

Dormagen: Der neue RRX soll mehr Komfort bieten

Der Zeitplan wird eingehalten: Nach Angaben der Deutschen Bahn und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr wird der Dormagener Bahnhof ab Ende 2019 vom Rhein Ruhr Xpress angesteuert. Ohne Umsteigen geht es dann ins Ruhrgebiet.

Dormagens mobile Zukunft im Bahnverkehr wird zurzeit rund 50 Kilometer weiter westlich vorbereitet - im Prüfcenter der Firma Siemens in Wegberg-Wildenrath (Kreis Heinsberg). Dort gibt es eine Anlage mit einem 28 Kilometer langen Gleisnetz. Die Anlage besteht aus zwei sogenannten Testringen sowie drei Testgleisen und dient aktuell der Erprobung der Züge des neuen Rhein Ruhr Xpress (RRX), der künftig auch in Dormagen verkehren soll. Der RRX wird dann den Regionalexpress (RE) 6 ersetzen und auf der Strecke Köln/Bonn Flughafen-Dormagen-Düsseldorf-Essen-Dortmund-Hamm-Bielefeld-Minden rollen. "In Wegberg-Wildenrath fahren die neuen Züge bereits, im Testbetrieb", berichtet Sabine Tkatzik, Pressesprecherin beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Insgesamt sollen 82 neue RRX-Fahrzeuge angeschafft werden, die die Firma Siemens bauen soll.

Weil Anfertigungen in dieser Größenordnung Zeit brauchen, erfolgt die Einführung der neuen Züge laut Tkatzik nach und nach. Die ersten sollen noch in diesem Jahr auf die Strecke gehen - allerdings erst am zweiten Dezember-Wochenende und auch nicht in Dormagen, sondern auf der derzeitigen Linie des Regionalexpress 11, der zwischen Kassel und Düsseldorf verkehrt, ergänzt die Sprecherin. Betreiber in diesem Abschnitt wird das Verkehrsunternehmen Abellio sein. Auch National Express wird neue RRX betreiben. Die beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen hatten sich in einem europaweiten Vergabeverfahren gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Dormagen wird nach jetziger Planung erst rund ein Jahr später vom neuen Rhein Ruhr Xpress angesteuert. Zentraler Bestandteil des RRX-Konzeptes ist ein 15-Minuten-Takt auf der Stammstrecke Köln-Dortmund, zusätzlich sind einige sogenannte Außenäste vorgesehen. Dazu gehört auch einer, der über Dormagen führt. Die Fahrgäste können dann künftig ohne Umsteigen ins Ruhrgebiet und nach Ostwestfalen reisen.

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Nach Tkatziks Angaben werden die Züge jeweils am Kopf und am Ende mit einstöckigen Wagen verkehren, die auch Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Ähnliches bieten. "In der Mitte werden zwei doppelstöckige Fahrzüge mit jeweils 400 Sitzplätzen eingesetzt", ergänzt die VRR-Sprecherin. Zum verbesserten Komfort gehören großzügig geschnittene Einstiegsräume, die gerade mobilitätseingeschränkten Menschen den Zugang zu den Zügen erleichtern dürften. Geplant sind mehr Sitzplätze sowie Ausstattung mit freiem WLAN, Steckdosen und Leseleuchten. Die Spurtstärke der neuen RRX-Fahrzeuge soll zudem die Pünktlichkeit verbessern.

Bis es soweit ist, müssen am Dormagener Bahnhof noch einige Veränderungen erledigt werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn gestern auf Anfrage bestätigte. Dazu gehört die Verlängerung des Bahnsteigs 2 um 70 Meter auf eine Länge von dann insgesamt 220 Metern. Für den RRX-Betrieb ist eine Bahnsteiglänge von mindestens 215 Metern nötig. Und: Um die angestrebte Barrierefreiheit bei den Zügen zu gewährleisten, muss der Bahnsteig 96 Zentimeter hoch sein.

Beim vor einem Jahr vorgelegten Zeitplan soll es laut Bahnsprecher bleiben. Heißt: Ab Ende 2019 ist Dormagen RRX-Haltepunkt.

(ssc)