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Dormagen: Der Mann, der zu jedem DHC-Spiel fährt

Dormagen : Der Mann, der zu jedem DHC-Spiel fährt

2011 ist für "Blau-Weiß 91" ein besonderes Jahr. Im Juni feiert der DHC-Fanclub sein 20-jähriges Bestehen. Es könnte ein trauriges Jubiläum werden. Ob die Dormagener Handballer zu diesem Zeitpunkt noch auflaufen werden, ist derzeit unklar.

Christian Genzer, Vorsitzender des Fanclubs, der zu Spitzenzeiten 120 Mitglieder zählte, jedenfalls ist geschockt – und das merklich. "Ich hatte am Montag Nachtschicht", sagt der 42-Jährige. Als seine Frau ihm die Nachricht von der Insolvenz überbracht hat, konnte er es erst nicht glauben. Seitdem steht das Telefon nicht mehr still. Besorgte Anhänger fragen nach, wie der DHC gerettet werden könnte. Die Leute seien am Boden zerstört, der DHC sei schließlich nicht nur ein Verein, sondern eine Institution. Eine Idee zur Rettung hat Christian Genzer aber auch noch nicht. "Ich habe immer gehofft, dass noch ein Sponsor dazukommt", sagt Genzer. Er ist ein wenig entrüstet, dass keine der Weltfirmen im Chempark Hilfe angeboten hat. "200 000 Euro – das wären doch für die Firmen nur Portokosten", sagt er.

Christian Genzer und der DHC, das wird klar, sind eine verschworene Einheit. Seit 31 Jahren ist er dabei. Damals spielte der Verein noch in der Regionalliga. "Wenn's geht, fahre ich zu jedem Auswärtsspiel", sagt er. Auch seine Frau und seine Tochter fahren mit.

Früher hat Christian Genzer selbst Handball gespielt. Damals noch bei Bayer Dormagen. Schließlich habe er die Lehre als Chemikant angefangen, heute arbeitet er bei Ineos. Auch nach seiner aktiven Zeit ist der 42-Jährige dem Verein treu geblieben. Ehrensache, dass er auch den Trip nach Berlin vor einigen Tagen auf sich genommen hat. Die Spieler seien in die Fankurve gekommen und hätten abgeklatscht. "Das war schon bewegend", erzählt Genzer. Es wird deutlich, dass das Treffen in der Halle nicht nur für Genzer auch ein gesellschaftliches Ereignis ist. "Dort trifft man Gleichgesinnte, die genau wie ich hart im Nehmen sind."

(NGZ)