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Dormagen: Der Mann, der Kämmerer werden soll

Dormagen : Der Mann, der Kämmerer werden soll

Die Bewohner des Rhein-Kreises Neuss sind Kai Uffelmann nicht fremd. Nicht nur seine Frau soll aus dem Rheinland kommen. Auch TV-Figur Horst Schlämmer, berühmter Schnauzbart- und Trenchcoatträger aus Grevenbroich, ist dem 38-Jährigen äußerst sympathisch.

Das jedenfalls gibt der Ochtruper auf seiner Facebook-Seite an. Dass Uffelmann beruflich seriös und mit dem nötigen Ernst ausgestattet ist, hat er als Beigeordneter der Gemeinde Ochtrup indes bewiesen.

Nun setzt Kai Uffelmann zu einem Karrieresprung an. Wie die NGZ aus Fraktionskreisen erfahren hat, soll der 38-jährige gebürtige Frankfurter die Nachfolge von Ulrich Cyprian als Kämmerer der Stadt Dormagen antreten. Er soll in der kommenden Ratssitzung am Dienstag gewählt werden. Uffelmann hätte sich damit gegen rund 280 Bewerber durchgesetzt, die von der Personalagentur Kienbaum kontaktiert worden waren. Immerhin 30 000 Euro hatte die Suche die Stadt gekostet.

Ganz perfekt ist Uffelmann aus Sicht der Opposition indes nicht. Erfahrungen in seinem neuen Job als Kämmerer hat er nicht. SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt findet das "unglücklich". Natürlich könne sich der Neue einarbeiten, die Frage sei aber, ob er die Zeit dafür bekomme. CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer, dessen Partei sich auf den Kandidaten festgelegt haben soll, wollte die Personalie vor der Wahl nicht kommentieren.

In Ochtrup war Uffelmann seit 2008 für die Bereiche Schulen, Kultur und Soziales, Bauen, Planen und Umwelt sowie Ordnungs- und Meldewesen zuständig. Schon bis zu diesem Zeitpunkt war seine Karriere gradlinig verlaufen: Rechtswissenschaften studierte er an der Universität Marburg von 1993 bis 1999. Schwerpunkte unter anderem: Kommunalrecht und Öffentliches Recht. Später arbeitete Uffelmann als Rechtsanwalt; der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land stand er einige Monate als Geschäftsführer vor.

Die Interessen des CDU-Mannes, der sich unter anderem in der parteieigenen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Oberberg engagiert hat, sind vielfältig. Er spielt Badminton, fährt Motorrad und isst gern asiatisch. Eine wichtige Voraussetzung, um sich im Rheinland wohlzufühlen, bringt Uffelmann in jedem Fall mit: Er ist Mitglied im Schützenverein.

(NGZ)