Europäischen Vereinigung Bildender Künstler: Der lächelnde Christus

Europäischen Vereinigung Bildender Künstler: Der lächelnde Christus

Von Petra Schiffer

Von Petra Schiffer

In der Klosterbasilika Knechtsteden läuft seit Sonntag eine Ausstellung der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler, die Jesus als Erlöser in den Mittelpunkt stellen will.

Nicht ein einzelnes Lächeln, sondern die Summe aller, ergibt das Lächeln Christi, sagt der Künstler Johannes Wickert mit seinem Bild. Sonntag eröffneten Pater Heinz Sand (links) und Dieter Boeminghaus die Ausstellung "Der lächelnde Christus".

NGZ-Foto: H. Jazyk

Christus trägt eine Dornenkrone auf dem Kopf, hat das Gesicht leicht geneigt und - lächelt: milde, nachsichtig, verzeihend, freundlich, sympathisch.Tom Krey hat das Porträt gemalt, das gemeinsam mit rund 50 weiteren Gemälden und Skulpturen seit Sonntagabend in der Klosterbasilika in Knechtsteden zu sehen ist.

In der Abendmesse eröffnete Pater Heinz Sand die Ausstellung "Der lächelnde Christus", die zuvor auch in Santiago de Compostela und im Vatikan in Rom zu sehen war und die Stationen Assisi und Beirut noch vor sich hat. Die erste Idee zu dieser ungewöhnlichen Ausstellung kam von dem Aachener Antiquitätenhändler Asmus Carstensen. Seit Jahren verkauft er mit großem Erfolg ostasiatische Möbelstücke, die mit lächelnden Buddhas verziert sind.

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Er dachte über dieses Religionsverständnis nach und stellte die entscheidende Frage: Warum wird Jesus von den Künstlern fast immer nur am Kreuz als Leidensmann dargestellt und nicht als der Erlöser? Und er stellte sie an der richtigen Stelle, denn bei seinem Bekannten Dieter Alexander Boeminghaus fiel sie auf fruchtbaren Boden. Boeminghaus ist Präsident der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler. Er gab die Idee, doch einmal einen lächelnden Christus zu schaffen, der durch seinen Kreuzestod nicht allein seinen Tod, sondern durch ihn die Erlösung symbolisiert, weiter.

Marie Madeleine Bellenger tat mit ihrer Interpretation des Lächelns als Bild der Erlösung den ersten Schritt. Ihr Werk wurde im Sommer 2002 auf der Jahresausstellung der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler gezeigt. Daraufhin schlossen sich weitere 49 Künstler dieser Aktion an und bearbeiteten das Thema in sehr unterschiedlicher Art und Weise: Nur wenige Bilder und Arrangements sind auf den ersten Blick so gut verständlich wie das von Krey.

Viele verlangen eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema, für die auch Pater Sand plädiert: "Lächeln hat etwas mit Glauben zu tun", sagt er. "In den Herzen von gläubigen Menschen, da lächelt Christus auch heute noch." So beschäftigen sich viele der Kunstwerke auch nicht mit dem Gesicht oder der Mimik von Jesus selbst, sondern mit der Wirkung seines Lächelns, das für die Menschen zur Erlösung wird.

"Der bessere Name für die Ausstellung wäre meiner Ansicht nach eigentlich: Das Lächeln des Christus", meint Pater Sand. An allen Ausstellungsorten seien Kunstwerke und Künstler bislang "sehr offen, freundlich und sogar herzlich" empfangen worden", betont Boeminghaus. Der neue Ansatz habe zu vielen spannenden Gesprächen über das Christusbild von heute geführt. In der Klosterbasilika wird die Ausstellung bis Ende Januar 2005 zu den Öffnungszeiten der Kirche zu sehen sein.

Künstlervereinigung

Die Europäische Vereinigung Bildender Künstler wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um den Austausch von Künstlern aus Belgien, Frankreich, Luxemburg und Deutschland zu fördern. Jährlich findet in Prüm (Eifel) eine Jahresausstellung statt, bei der sich 500 Künstler mit ihren Werken bewerben und rund 200 von einer Jury ausgewählt werden.

(NGZ)
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