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Dormagen: Der Krippen-Aussteller aus Nievenheim

Dormagen : Der Krippen-Aussteller aus Nievenheim

Ludger Bröckers veranstaltet seit 17 Jahren Krippenausstellungen auf seinem Hof. Viele Besucher seiner Krippenschau sind Stammgäste.

Die Vorweihnachtszeit beginnt für Ludger Bröckers meist schon im Oktober. Denn wenn andere ihren Adventskranz aufstellen und die Weihnachtsdekoration aus dem Keller holen, hat der 67-Jährige bereits einen ganzen Raum voller Krippenlandschaften hergerichtet. Seit 17 Jahren veranstaltet der Nievenheimer jedes Jahr eine Krippenausstellung auf seinem Hof.

Für viele Familien aus dem Ort ist der Besuch der Ausstellung schon liebgewordene Tradition. Und auch Besucher von außerhalb kommen immer wieder gerne zu ihm. Einzigartig im Umkreis ist vor allem die Vielfalt der Krippen: Hier gibt es Ställe und Figuren in den unterschiedlichsten Größen und Stilen, die mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt sind. Klassische Darstellungen sind ebenso ausgestellt, wie die leicht abstrahierte modernere Version der Krippe. Ob die heilige Familie aus Holz oder Kunststoff, mit echten Stoffen bekleidet oder nur bemalt ist, hängt eben ganz vom Geschmack und Geldbeutel des Betrachters ab.

Prunkstück der Ausstellung ist in diesem Jahr eine ganze Landschaft im arabischen Stil. Die kunstvoll gefertigten Figuren bestellt Bröckers bei Bildhauern im Südtiroler Grödnertal, die Ställe bekommt er seit Jahren von drei Bastlern aus Dormagen und Grevenbroich. Zwar sind fast alle Exponate auch zum Verkauf ausgestellt. Für Ludger Bröckers steht das Geschäft aber nicht im Mittelpunkt. Er freut sich vor allem über das Interesse der Menschen, die seine Ausstellung besuchen. Für die Stammkunden gibt es Glühwein und Plätzchen und natürlich ausführliche Beratung.

Die meisten Familien haben vor Jahren mit der Grundausstattung begonnen und kaufen nun jedes Jahr eine Figur dazu. "Manche kommen auch nur, um ein Birnchen für die Beleuchtung oder ein bisschen Moos zu kaufen", erzählt Bröckers. "Das Schönste für mich ist aber wenn die Kindergärten kommen", erklärt er. Traditionell besuchen ihn die Einrichtungen aus Nievenheim, Delhoven und Straberg an einem Vormittag. "Die Kinder haben meist eine ganz genaue Vorstellung davon, wie die Figuren aufgestellt werden müssen", weiß er – eben so, wie sie es von zu Hause kennen. Wenn das heilige Paar aus Sicht der Kinder verkehrt herum steht, werde er sofort darauf hingewiesen.

Dass auch die Jüngsten solch einen Spaß an seinen Krippen haben, freut ihn ganz besonders. Denn auch bei ihm selbst kommt die Liebe zu den geschnitzten Figürchen aus dem Elternhaus. Während seiner Kindheit betrieb die Familie einen Devotionalienhandel. Aus dieser Zeit hat er noch immer Kontakte zu Herstellern aus Kevelaer, von denen er bis heute Zubehör-Teile bezieht. Gemeinsam mit seiner Frau besuchte er in diesem Jahr erstmals einige Hersteller der Krippenfiguren im Grödnertal und war beeindruckt von deren Arbeit. "Wenn man das mal gesehen hat, dann weiß man auch, wie die Preise zustande kommen", sagt er. Bis zu 70 Euro kostet beispielsweise ein handgeschnitzter Engel. Dafür sind die winzigen Gesichter der Figuren aber auch individuell und von Hand bemalt. Für Besucher stehen die Krippen auf seinem Hof bereits. Seine eigene Krippe stellt Bröckers erst einen Tag vor Heiligabend im Wohnzimmer auf.

(NGZ)