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Dormagen: Der Kopenhagen-Effekt

Dormagen : Der Kopenhagen-Effekt

Alle Welt schaut ab 7. Dezember zum Weltklima-Gipfel nach Kopenhagen. Gefordert wird, im Kleinen mit dem Umweltschutz beginnen. Die NGZ schaut nach: Dormagen hat einige herausragende Beispiele.

Die Welt schaut nach Kopenhagen. Dort soll der Klima-Gipfel ab dem 7. Dezember die Welt retten. Ein riesiges Unterfangen — politisch heikel und wirtschaftlich schwierig. Doch was immer die große Politik beschließt, Umweltschutz beginnt im Kleinen. Fängt auch in Dormagen an. Und die Stadt hat einiges zu bieten. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann: "Wir haben seit geraumer Zeit den Umweltschutz ganz oben auf die Fahnen geschrieben." Er erinnert daran, dass die Chemiestadt bereits seit 1995 Mitglied im Internationalen Klimabündnis ist, mit dem European Energy-Award es übernommen hat, konkret den CO2-Gehalt deutlich zu reduzieren. Jürgen Reith vom städtischen Umweltteam: "Wir haben mit dem Preis vom Bund Geld erhalten, das wir dazu nutzen werden, um die Entwicklung des CO2-Ausstoßes exakt zu bestimmen." Die Stadt beauftragten das Aachener Fachunternehmen Adapton mit dem Ingenieur Ralf Weber an der Spitze. Er wird bereits in Kürze erste Ergebnisse vorstellen. Diese Arbeit begleiten wird laut Reith ab dem 10. Dezember ein Energiebeirat, der eigene Ideen beisteuern und den Prozess der CO2-Reduktion intensiv begleiten soll. Ihm sollen fachlich kompetente Persönlichkeiten angehören.

In einem anderen Punkt ist Dormagen in der Region bereits Spitze: in der Solartechnik. Reith: "Mit fünf Bürgersolaranlagen und vielen öffentlichen Gebäuden sind wir weithin führend." Zurzeit werden an vielen Häusern die Kollektoren angebracht. Mit gutem Grund: Die Anlagen sind deutlich billiger geworden, und die staatliche Förderung wird um Jahreswechsel deutlich heruntergehen. Grünen Fraktionschef Ingo Kolmorgen fordert für die Ratssitzung in der kommenden Woche ein Solarkataster, in dem vorhandene und gewünschte Anlagen aufgelistet werden.

Allerdings: Was nutzt der Eifer der Bürger, wenn Großanlagen in den Industrieanlagen nebenan große Mengen CO2 anfallen? Im Chemiepark Dormagen sind die Zeiten der gelblich rauchenden Schlote vorbei. Die chemische Industrie versucht, Energie einzusparen — allein aus wirtschaftlichen Gründen: Energie ist teuer. Das kommt der Umwelt zu Gute. Chempark-Leiter Dr. Walter Leidinger gegenüber der NGZ: "Für Currenta stellen Umweltschutz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichwertige Unternehmensziele dar. Wir leisten mit unserer Arbeit einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz, wie unsere aktuellen Beispiele im Chempark Dormagen zur Reduzierung der CO2-Emissionen zeigen."

Leidinger nennt zwei konkrete Projekte unter vielen. Die aber auch zeigen, dass Klimaschutz in vielen Fällen Detailarbeit ist: Allein durch zwei kleinere Verbesserungen in der Wassererzeugung und Verbrennung spart Currenta im Jahr 300 Tonnen CO2 ein. Zum einem wurde in der Dampferzeugung die Betriebsweise so geändert, dass weniger Wasser umgewälzt wird. Zum anderen wurden bei einer Station, durch die Ablüfte befördert werden, ein modernerer Antrieb eingebaut, so dass nur so viel Leistung erzeugt wird wie benötigt. Kleine Verbesserungen mit großer Wirkung.

Auch die Politik hat die Notwendigkeit des Klimaschutzes erkannt: "Die Umweltpolitik ist ein zentraler Punkt in der Koalitionsvereinbarung", so CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer. Auf den Punkt bringt es Hoffmann: "Viele kleine Kopenhagen bringen einen großen Effekt."