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Der fleißigste Stadtradler aus Dormagen fuhr 2510 Kilometer

Stadtradeln : Der „Stadtradler“ mit den meisten Kilometern

In drei Wochen fuhr Peter Moch 2510 Kilometer bei dem Wettbewerb – im Endspurt saß er von morgens bis abends auf dem Rennrad.

Stunde um Stunde hat Peter Moch auf seinem Rennrad gesessen und „Kilometer gemacht“. Drei Wochen lang hat er sein ehrgeiziges Ziel, der Dormagener Teilnehmer der „Stadtradel“-Aktion mit den meisten Kilometern zu werden, nicht aus den Augen verloren. Dabei hatte der Industriemeister bei Bayer den besten Ansporn: „Ich habe von meinen Kindern nur unter der Bedingung ,frei’ bekommen, wenn ich auch wirklich Erster werde“; berichtet er lachend von seiner Bitte um Erlaubnis an Tabea (12) und Ian (9), dass er jede Sekunde Freizeit ins „Stadtradeln“ stecken dürfte. Und der 41 Jahre alte Nievenheimer, den seine Frau Melanie unterstützte, war erfolgreich: 2510 Kilometer kamen in der Zeit vom 8. bis 28. Juni zusammen.

Danach ging es erst einmal in den Urlaub – mit seiner Familie, die so lange Zeit auf ihn verzichten musste. Und zum ersten Mal seit langer Zeit hatte Peter Moch auch sein Rennrad nicht dabei. „Das lange Sitzen im Sattel von morgens bis abends war schon anstrengend“, gibt er zu, dass es kein reines Vergnügen war, die letzten Tage im Endspurt jeweils 200 Kilometer zu „kloppen“. Diese Strecken hatte er sich ausgerechnet, um auch wirklich vorn zu liegen. Im Vorjahr hatte er erstmals am Wettbewerb teilgenommen und war auf Anhieb locker mit viel Spaß auf 1300 Kilometer gekommen. „Das geht noch besser“, hatte er sich gedacht.

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„Schuld“ an seiner Liebe zum Radsport ist sein Schwiegervater Hans-Jakob Hitz (69), der ehemalige Weltklasse-Kanute, der 1972 bei den Olympischen Spielen im Kanuslalom-Zweier antrat. „Er ist mein absolutes Sport-Vorbild und immer noch topfit“, erklärt Peter Moch augenzwinkernd, dass ihn sein Schwiegervater bei regelmäßigen Touren mit dem Rennrad an der Côte d’Azur „am Berg kaputt fährt und schneller am Ziel“ ist. Für seinen ehemaligen Radsportclub Nievenheim trat Peter Moch 2017 beim „Stadtradeln“ an, dieses Jahr gehörte er zur 38-köpfigen Gruppe seines Arbeitgebers, Bayer Dormagen, die 15.178,9 Kilometer erradelte.

„Der Wettkampf hat Spaß gemacht, so richtig habe ich losgelegt, als ich zur Hälfte der Zeit mit 200 Kilometern Rückstand auf Platz 2 lag“, erinnert sich Peter Moch an eine Zwischenmeldung des „Stadtradel-Stars“ Peter Tümmers, der die Teilnehmer motivierte. Moch rechnete sich aus, wie viele Kilometer er wohl für den Sieg brauchen würde – „und noch was als Sicherheitspuffer“ drauf packte. Und so drehte er nicht nur 170 Kilometer-Schleifen am Tag, die ihn auf Flachetappen nach Aachen, Krefeld, Grevenbroich und einmal auch ins gar nicht flache Bergische Land führten, sondern zum Schluss 200, am letzten Tag sogar 240 Kilometer. „Bis 23 Uhr habe ich den letzten Tag ausgereizt, dann wurde es auch stockdunkel“, sagte Moch, der durch seine Schichtarbeit seine Freiwoche komplett ins Radeln stecken konnte. „Ein Kollege ist eigens zwei Stunden früher arbeiten gekommen, so dass ich am letzten Tag um 12 Uhr starten konnte.“

Durch den Radfahrerclub kannte Peter Moch einige Strecken schon, aber oft entschied er spontan, wohin er fuhr. Auch in Dormagen selbst ist er Touren geradelt, die ihn in bislang unbekannte Ecken geführt haben: „Ich wusste gar nicht, wie viele schöne Straßen es in Dormagen-Mitte oder in Delhoven am Blechhof gibt“, sagt er. Dahin wird er bald eine Familien-Radtour unternehmen. Zum Glück kenne seine Frau die Sport-Begeisterung schon durch ihren Vater: „Ich möchte meinen Kindern auch ein Vorbild sein, sich sportlich zu betätigen“, sagt Moch.

Der Fan des FC Bayern München spielt selbst leidenschaftlich gern Fußball. Er war Fußballtrainer in Gohr und hilft jetzt beim VdS Nievenheim, wo sein Sohn spielt, ab und zu schon mal als Trainer aus.