Dormagen: Der Dreck soll weg

Dormagen: Der Dreck soll weg

Stadt will nach Sauberkeitskonferenz ein Bündel von Maßnahmen umsetzen.

Pfarrer Frank Picht von der Evangelischen Kirchengemeinde Dormagen hat es auf seiner Facebook-Seite im Internet auch schon zum Thema gemacht und viel Zustimmung erhalten: Die Dreckecken in Dormagen werfen ein schlechtes Licht auf die Stadt. Picht führt in diesem Zusammenhang den Bahnhof und das Umfeld verschiedener Schulen wie zum Beispiel des Berufsbildungszentrums an, Andere sehen Handlungsbedarf besonders in der Innenstadt. Die Fraktionen von CDU und SPD hatten das Problem im Januar gemeinsam mit den drei Werbegemeinschaften diskutiert. Und jetzt ist Besserung in Sicht: Bei der Stadt hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich zur ersten "Sauberkeitskonferenz" getroffen hat. Dabei habe man sich auf "ein ganzes Bündel unterschiedlicher Maßnahmen" für ein besseres Erscheinungsbild verständigt, berichtet Stadtmarketingleiter Thomas Schmitt.

Am Dormagener Bahnhof gibt es reichlich "Fahrradleichen". Am Dormagener Bahnhof gibt es reichlich "Fahrradleichen". Foto: Hogekamp Lena

Ansatzpunkte sollen unter anderem Aufklärung und Sanktionierung sein. Im Wertstoffkalender und auf der städtischen Internetseite soll Informationen zu Mülltrennung, Abfallentsorgung und Ähnlichem künftig mehr Platz eingeräumt werden. Zudem gehen Umweltsünder bald ein größeres Risiko ein, erwischt zu werden. Denn der kommunale Ordnungsdienst wird nach den Plänen der Stadt verstärkt in der Innenstadt, am Bahnhof und an weiteren "markanten" Stellen im Stadtgebiet präsent sein. Wer Zigarettenkippen in die Gegend schnippt oder den Kot seines Hundes nicht ordnungsgemäß beseitigt, soll konsequent mit einem Ordnungsgeld bestraft werden. Bei Stadtfesten, Märkten oder anderen öffentlichen Veranstaltungen sollen die Beteiligten noch mehr als bisher in die Pflicht genommen werden, die Sauberkeit zu gewährleisten. "Darüber hinaus wurde sich auf regelmäßige, fachbereichsübergreifende Begehungen der Innenstadt - insbesondere der Kölner Straße - verständigt, um die Problembereiche zukünftig noch stärker im Auge zu behalten", schreibt die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderung Dormagen (SWD).

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Bei Null anfangen muss die Stadt nicht. Denn schon bisher wurden durchaus Anstrengungen unternommen, Dreck zu vermeiden. Die SWD verweist daraufhin, dass die tägliche Reinigung der Kölner Straße - mit Ausnahme der Wochenenden - ebenso längst zum Standard gehört wie zusätzliche Säuberungsaktionen nach den Wochenmärkten und bestimmten Veranstaltungen. Nicht zu vergessen der Sauberhafttag, der gerade erst wieder stattgefunden hat und zuletzt stetig mehr Teilnehmer fand. Diesmal waren es 4451 Freiwillige, die zu Greifer und Müllsack griffen, um Dormagen vom Schmutz zu befreien - ein neuer Rekord. Sogar das Rheinufer ist wieder sauber, die Hochwasser-Hinterlassenschaften sind entfernt worden.

Aber: Was hilft solches Engagement, wenn Unbelehrbare danach einfach weitermachen wie bisher und ihre Abfälle achtlos überall fallen lassen - fragt sich nicht nur Pfarrer Frank Picht. Nachhaltigen Erfolg verspricht aus seiner Sicht nur ein Pfandsystem für Verpackungen wie Kaffeebecher, Fast-Food- und ähnliche Konsumartikel-Verpackungen. Regina Herbertz vom städtischen Steueramt meint: "Nur, wenn jeder Einzelne seinen Beitrag leistet, wird das Stadtbild sauberer."

(ssc)