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Dormagen: Der Chip-Tüftler

Dormagen : Der Chip-Tüftler

Der NGK-Schüler Marcel Eckert (19) will per Chip Solar-Module an der Sonneneinstrahlung ausrichten. Seine Idee ist beim Wettbewerb "Invent a Chip" in der näheren Auswahl. Er hat sich gegen 2000 Konkurrenten durchgesetzt.

Am Anfang hatte Marcel Eckert (19) dieses verrückte Bild im Kopf. Der 19-Jährige stand im Physik-Raum des Norbert-Gymnasiums, starrte auf das Plakat mit der Ankündigung für den Nachwuchswettbewerb "Invent a Chip" und musste gleich an ein riesiges Fensterputzgerät für Hochhäuser denken. "So wie diese Gondeln, die an den Häusern hoch und runterfahren, nur vollautomatisch", sagt der NGK-Schüler. Er sprach mit einem Freund, der im riet, die Idee doch für eine Photovoltaik-Anlage umzusetzen. Nur Solarmodule mit einer Miniputzvorrichtung zu reinigen, das sei ihm dann zu wenig gewesen.

Maximum an Strom erzeugen

Also sponn der 19-Jährige den Gedanken weiter und kam schließlich auf das Konzept für einen "Photovoltaik-Maximiser-Chip", "Damit die Anlage ein Maximum an Strom erzeugen kann, muss die Sonneneinstrahlung senkrecht auf den Panelen stehen", erklärt der Abiturient. Deshalb solle ein spezieller Chip die Drehung und Neigung der Panelfläche anhand des Sonnenstrahls einstellen.

Der lenkende Chip ist gelötet auf ein grünes Board, wie man es aus dem Inneren eines herkömmlichen PCs kennt. Rund 200 Euro kostet solch ein Board, die Initiatoren des Wettbewerbs haben es den Teilnehmern, die in die Endauswahl gekommen sind, zur Verfügung gestellt. "Der Chip bekommt seine Befehle mit der Programmiersprache Verilog", erklärt der 19-Jährige. Die Berechnung sei schwierig. Anhand von Koordinaten, Uhrzeit und Neigungssensoren werden die Module, die auf Stellschrauben montiert sind, bewegt.

Immerhin gegen ein Feld von über 2000 Teilnehmern hat sich Marcel Eckerts Idee durchgesetzt. Das notwendige Knowhow konnte sich der 19-Jährige in einem Workshop des Instituts für Mikroelektronische Systeme der Leibniz-Universität Hannover aneignen.

Dass er ein Faible fürs Technische hat, hat Marcel im Rahmen seiner Arbeit in der Veranstaltungstechnik AG am Norbert-Gymnasium erkannt. Das technische Interesse spiegelt sich auch in der Wahl seiner Leistungskurse wider: "Physik und Mathe." Nach dem Abi will der 19-Jährige Elektrotechnik in Aachen studieren – "wenn's klappt".

Bis zum Herbst haben die Teilnehmer nun Zeit, ihre Konzepte umzusetzen. Die besten Chip-Entwürfe werden am 5. November in Stuttgart der Öffentlichkeit präsentiert. Marcel Eckert weiß, dass er noch eine Menge Arbeit vor sich hat. Denn auch privat ist der Terminkalender des NGK-Schülers prall gefüllt. Der 19-Jährige spielt Keyboard und Saxofon, surft im Sommer und fährt im Winter Snowboard, dazu steigt fünf Mal in der Woche als Judo-Trainer auf die Matte, und in der Tanzschule Reißer ist er ebenfalls angemeldet. "Ich bin froh, dass ich jetzt nach dem Abi mehr Zeit habe", gesteht er mit einem Lächeln.

(NGZ)