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Dormagen: Der Chemie-Manager

Dormagen : Der Chemie-Manager

Dr. Klaus Schäfer, Geschäftsführer von Chempark-Betreiber Currenta und Vorsitzender des Verbandes der Chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen.

Ein Physiker in einer der wichtigen Schlüsselpositionen der chemischen Industrie im Lande? Dr. Klaus Schäfer, einer der beiden Geschäftsführer des Chempark-Betreiber-Unternehmens Currenta hat kein Problem damit. Im Gegenteil. Physikern werden im allgemeinen folgende Stärken attestiert: "Strukturieren, analysieren, systematisch lösen." Ein Rüstzeug, das eine solide Basis für seine Karriere in der Chemieindustrie ist.

Mit Chemie groß geworden

Schäfer, 1962 in Brühl geboren, wurde mit Chemie groß, setzte sich mit Physik auch im Elternhaus durch. Seine Mutter war Chemielehrerin, sein Vater Chemie-Ingenieur. Nach dem Abitur studierte und promovierte er in Köln. 1991 begann er sein Berufsleben bei der damaligen Erdölchemie, heutigen Ineos Köln. Er machte sich bald einen Namen in der Prozessanalysen- und der Sondermesstechnik. Schließlich übernahm er als Betriebs-Ingenieur die Kracker inklusive zweier Revisionsstillstände mit termingerechtem Wiederanfahren - Schäfer war in der Chemie angekommen. Und die stimmte auch im übertragenen Sinne. Sein organisatorisches Talent, seine Management-Fähigkeiten ließen aufhorchen. In Dr. Hagen Noerenberg, damals bestimmende Kraft in dem Unternehmen, das ein Joint Venture Bayer/BP war, förderte seine Entwicklung. 1995 in einer Phase, in der er häufig wegen Störungen nachts und am Wochenende in die Produktionsanlagen gerufen wurde, zog er nach Dormagen um.

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Die Familie wurde heimisch.. Für Schäfer jedoch hieß es im Jahre 2000 wieder Koffer packen. Er ging für BP nach Schottland. Dort war er für die Infrastruktur eines Raffinerie- und Petrochemie-Standortes zuständig, dessen Produktfluss immerhin acht Prozent des britischen Sozialprodukts ausmachte. Er kam mit großen Plänen, deren Umsetzung sich aber als nicht realisierbar herausstellten.

Daher kehrte er nach 14 Monaten zurück und übernahm Ingenieur-Aufgaben bei der späteren Bayer MaterialScience. Nach vier Jahren wurde er in schwieriger Zeit zum Geschäftsführer der damaligen Bayer Industry Services berufen. Mit konsequenten Sparprogrammen, neuer Organisation und einem Motivationsschub bringt er zusammen mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Joachim Waldi das Unternehmen auf Linie, macht es fit für die Umwandlung in Currenta. Sein Credo: "Wir wollen der führende Chemiepark-Betreiber mit den attraktivsten Standorten in Europa werden." Mit Sparprogrammen und Effizienzsteigerungen ist Currenta auf dem Weg dahin.

Entspannung findet Klaus Schäfer daheim beim Kochen - zu seinen Spezialitäten gehören Spargelvariationen und Gans. Und er mag es sportlich - Skifahren auf der Abfahrtspiste zusammen mit seiner Frau und seinem 12jährigen Sohn zählt zu seinen liebsten Hobbys.

Seit dem vergangenen Jahr ist Schäfer auch Vorsitzender des Verbandes der Chemischen Industrie in NRW. Eine Position, die ihm auch weit über die Chempark-Grenzen hinaus Gehör verleiht. "Wir müssen deutlich machen, dass die chemische Industrie am Anfang vieler Wertschöpfungsketten eine wichtige Voraussetzung für den Wohlstand in unserem Land ist."

(NGZ)